150 Vorschläge und Maßnahmen: So will der RBB (weiter) sparen

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Es ist die nächste Sparrunde beim krisengeschüttelten RBB – und sie dürfte die Laune in der Belegschaft nicht steigern.

Da steckt der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) noch mitten in der Aufarbeitung der Causa Gelbhaar (neueste News dazu hier) wurde die Belegschaft nun mit einem satten Vorschlags- und Maßnahmenkatalog konfrontiert, mit der die ARD-Anstalt die Absenkung ihrer Aufwände um 22 Millionen Euro und damit eine Reduktion des Personal- und Honoraraufwands um rund 254 Stellen erreichen will – darunter die Verschlankung von Strukturen, die Verringerung von Aufwänden in Produktion und Verwaltung, der Abbau von Führungsebenen, die Zusammenlegung von Organisationseinheiten, die Optimierung von Prozessen sowie Veränderungen des Programmangebotes. Beim Personal soll der Abbau über Vorruhestandsregelungen oder einvernehmliche Auflösungen von Verträgen erfolgen, heißt es.

Für den RBB ist das sehr einschneidend, denn erstmals seit der Gründungszeit wird der Personalaufwand (bei Festen und Freien) in einem derartigen Umfang reduziert. Die Vorschläge folgen den strategischen Leitplanken des Prozesses „Zielbild 2028“, den der rbb bereits im September 2023 initiiert hatte. RBB-Intendantin Ulrike Demmer hat also auch diesmal wieder keine guten Nachrichten. Sie sagt: „Ein nachhaltiger Umbau des rbb ist unausweichlich, und er ist schmerzhaft. Wir werden aber so programmschonend wie möglich sparen und sicherstellen, dass der Sender weiterhin in Innovation und Programmentwicklung investieren kann.“

„Der Tag“ bald auch samstags

Betroffen sein wird auch das Programm, wenngleich der RBB davon spricht, „Marken stärken“ zu wollen. So soll „Der Tag“ auch samstags laufen und damit das „Heimatjournal“ inhaltlich übernehmen. „Der Tag“ soll zu gleichen Teilen aus Berlin und Brandenburg senden. Für junge Zuschauerinnen und Zuschauern soll eine Konzentration auf „Unser Sandmännchen“ erfolgreichen, der Podcast „Ohrenbär“ endet. Der RBB-Text soll „neueren Text-Technologien“ weichen, heißt es und die Nachrichtenredaktionen aller Radioprogramme stehen vor einer Zusammenführung.

Auch wenn viele Punkte also klar abgesteckt ist, soll dem Personal mindestens das Gefühl des Mitmachens ermöglicht werden. Die Mitarbeitenden können zu den Maßnahmen nun Stellung beziehen – und auch alternative Vorschläge zu einer Konsolidierung anbringen. In Workshops soll all das dann reflektiert werden. Um die Phase der Unsicherheit kurz zu halten, will der RBB aber „möglichst schnell“ zu Entscheidungen kommen. . Ein breit angelegter Prozess startet bereits nächste Woche: Zu den präsentierten Maßnahmen können die Mitarbeitenden des rbb schriftlich Stellung beziehen und alternative Maßnahmen zur Konsolidierung vorschlagen. Die Rückmeldungen der rbb-Belegschaft werden dann in gemeinsamen Workhops reflektiert. Daran schließen sich ab Ende Mai weitere Gespräche mit den Mitarbeitendenvertretungen und den Gewerkschaften an.

Freiwillig passiert der rigorose Sparkurs nicht. Allein neun Millionen Euro muss der RBB sparen, um 2026 überhaupt zahlungsfähig zu bleiben. Weitere 13 Millionen Euro benötigt der RBB, um die digitale Transformation des Senders fortzuführen und in das Programm investieren zu können.

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1 Kommentare im Forum
  1. Klingt sinnvoll. Ich als langjähriger radioeins-Hörer hab mich öfters schon gefragt, warum eigentlich fast jede rbb-Radiowelle eigene Nachrichten macht. Sind doch die selben… Werde sicher ein paar gewohnte Stimmen vermissen, aber die Mehrfach-Produktion ist im Moment schon echter Luxus.
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