
Es muss nicht immer kompliziert und teuer sein: Sony vermittelt mit dem Bravia Theatre System 6 (HT-S60) echten 5.1-Rundumklang und ganz viel Kinoatmosphäre zum Einsteigerpreis.

Preis: 600 Euro • Maße: Soundbar (SS-S60): 90,5 x 6,4 x 9 cm, Subwoofer (SA-WS60): 27,5 x 38,8 x 38,8 cm, Surround-Speaker (SS-SS60): 10,6 x 21,6 x 10 cm, Wireless-Speaker-Amp: 17,5 x 5,2 x 17,5 cm • Gewicht: Soundbar: 2,6 kg, Subwoofer: 11,6 kg, Surround-Speaker: 0,9 kg, Wireless-Speaker-Amp: 0,76 kg • Bauweise: Soundbar mit 5 integrierten Lautsprechern in 3.0-Konfiguration (2x Hochtöner und 2x Mitteltontreiber für L/R-Frontkanäle, 1x Mittelhochtontreiber für Center-Kanal), mitgelieferter XXL-Subwoofer speist Soundbar und bietet Anschluss-Terminal für AV-Geräte inklusive HDMI-eARC, Wireless-Speaker-Amp speist mitgelieferte Surround-Lautsprecher (jeweils 1x Hochtöner und 1x Mitteltontreiber) • Stromverbrauch (Gesamtsystem): ca. 16-90 Watt |
Sonys Komplettset bestehend aus einer Soundbar, einem Subwoofer und zwei Surround-Lautsprechern ist 5.1-Sound in der reinsten Form. Mit dem Theatre System 6 richtet sich Sony vor allem an Surround-Sound-Einsteiger, die dennoch eine emotionale Kinosoundwiedergabe anstreben.
Die vergleichsweise kompakte Soundbar weist ausschließlich Frontkanäle auf (Front-Links- und Front-Rechts- sowie einen Center-Kanal) und Sony verzichtet auf seitlich oder nach oben abstrahlenden Lautsprechertreiber.
Die Soundbar des System 6 ist damit eine ideale Lösung, um unscheinbar in einem Sideboard integriert zu werden: Lediglich die Klangabstrahlung der nach vorn gerichteten Treiber muss beachtet werden.
Surround-Sound komplett
Dass die Soundbar vergleichsweise leicht und kompakt ausfällt und kaum Abwärme produziert, ist keinesfalls ein Qualitätsnachteil, denn die Energieversorgung der Soundbar wird über den mitgelieferten XXL-Subwoofer sichergestellt.
Ein extralanges und flexibles Verbindungskabel zwischen Soundbar und Subwoofer erleichtert die Aufstellung der Soundbar ungemein und lediglich der Subwoofer muss direkt ans Stromnetz angeschlossen werden.

Da die wichtige Elektronik im Subwoofergehäuse schlummert, finden sich sämtliche Schnittstellen wie ein HDMI-eARC-Anschluss ebenfalls am Basslautsprecher.
Somit kann die Soundbar befreit von AV-Quellen flexibel aufgestellt oder direkt an der Wand befestigt werden, während externe Zuspieler am Subwoofer andocken.


Das Theatre System 6 ist kompatibel zu den wichtigsten gängigen Mehrkanalformaten inklusive DTS:X, Dolby Atmos und Mehrkanal-PCM. Die bestmögliche Zuspielung erfolgt durch die HDMI-eARC-Schnittstelle. Ein zusätzlicher HDMI-Eingang zur Signalweiterleitung ist nicht vorhanden.
Echter Raumklang lässt sich mit dem Theatre System 6 überzeugend umsetzen, denn Sony liefert zwei Surround-Lautsprecher mit, die über eine Wireless-Box mit Energie versorgt werden.

Die Lautsprecherkabel fallen mit fast 5 Metern Länge überaus spendabel aus, sodass sich beide Rücklautsprecher an der passenden Position installieren lassen sollten.
Apropos Position: Im Gegensatz zu aktiven Lautsprechern, bei denen die Links-Rechts-Zuordnung vorgeschrieben ist, entscheidet beim Theatre System 6 der Anschluss an der Wireless-Box über die Links- oder Rechts-Kanal-Zuordnung des jeweiligen Lautsprechers. Beide Surround-Lautsprecher eignen sich damit gleichermaßen für die korrekte Kanalzuordnung.

Wie die Soundbar sind auch die Rücklautsprecher passiv ausgeführt und als Verstärker kommt die externe Wireless-Box zum Einsatz. Neben dem Subwoofer-Anschluss ist damit nur ein weiterer Stromanschluss für die Wireless-Box notwendig, um sämtliche Lautsprecher des 5.1-Sets anzutreiben.
Das Zusammenspiel zwischen den Front- und Surroundkanälen erfolgt drahtlos. Im Test mussten wir die Link-Taste der Wireless-Box einmalig gedrückt halten, um die Signalverbindung aufzubauen. Fortan schaltete sich das gesamte Audiosystem über einen Tastendruck der Fernbedienung ein oder aus.
Bravia-TV-Verknüpfung und App-Umwege
Ohne die Möglichkeit einer vollwertigen Displayanzeige kann die Bedienung nicht auf ganzer Linie überzeugen: Die mitgelieferte Fernbedienung schränkt den Funktionsumfang auf das Nötigste ein und Änderungen der Einstellung werden nur über aufblinkende LEDs am Subwoofer signalisiert.
Deutlich einfacher gelingt die Steuerung mit einem Bravia-TV von Sony. Mittels eARC-HDMI-Verbindung können die wichtigsten Abstimmungen direkt über das Bildschirmmenü des Sony-Fernsehers durchgeführt werden.

Sony-TVs gewährleisten über die eARC-HDMI-Verbindung eine makellose Audiosignalweiterleitung, sodass sich sämtliche Möglichkeiten (Dolby Atmos, DTS:X, Mehrkanal-PCM) mit dem Theatre System 6 auskosten lassen.
Zudem sind die grundlegenden Audioabstimmungen über die OSD-Steuerung des Bravia-TVs bequem zugänglich. Dadurch lassen sich Einstellungen wie die Lautstärke des Subwoofers (Basspegel) und die Intensität der Rücklautsprecher in einzelnen Schritten beeinflussen.

Um den vollen Funktionsumfang des Lautsprechersystems auszukosten, ist die Smartphone-App Bravia Connect Pflicht. Innerhalb der grafisch übersichtlich gestalteten Optionen finden sich nahezu alle relevanten Audiooptionen, um das Bravia Theatre System 6 bestmöglich abzustimmen und mit Softwareupdates zu versorgen.
Einmal optimal eingerichtet ist das Bravia Theatre System 6 blitzschnell einsatzbereit: Es vergehen kaum 5 Sekunden, bis das Lautsprechersystem aus dem Standby-Schlummer aufwacht und der erste Ton aus den Lautsprechern erschallt.
Durch eine geringe Latenz bei der Audioausgabe ist das Theatre System 6 exzellent für Gaming-Quellen geeignet und aktuelle Spiele werden durch die dynamische Raumklangkulisse imposant aufgewertet.
Erwachsene Klangkulisse
Sämtliche Front- und Surround-Kanäle können auf die klanglich ausgewogenen X-Balanced-Treiber zurückgreifen und die jeweiligen Links-Rechts-Kanäle bekommen zusätzliche Hochtöner spendiert.
Die Klangabstimmung des Bravia Theatre System 6 kann insbesondere durch eine tadellose Sprachwiedergabe punkten. Je nach Lautstärke spielt das Lautsprecherset zwar nicht hochgradig neutral auf, sodass ein typischer Loudness-Effekt auftreten kann, doch Stimmen ertönen stets klar, druckvoll und präzise.


Hier macht sich die Kombination aus getrennten Mittel- und Hochtontreibern aufseiten der beiden Front- und der beiden Rückkanäle besonders bezahlt.
Die optionale Sprachverstärkung ist deshalb keinesfalls nötig, denn die Klangbalance verschiebt sich dadurch noch mehr in einen künstlichen flachen Bereich und das Kinoflair geht verloren.
Vielmehr lässt sich das System 6 „pur“ genießen und auch in dynamischen Kinofilmen wird man jedes Wort mühelos nachvollziehen können.
Großen Anteil an der gelungenen Mittenwiedergabe haben die X-Balanced-Treiber, die bei allen Kanälen (inklusive Center- und Surround-Kanäle) zum Einsatz kommen. Dadurch wird ein homogenes Surround-Klangfeld erzeugt, dass sogar einige teure Soundbars hinsichtlich einer homogenen Klangabstimmung überflügelt.


Die gleichwertige Lautsprecherbestückung für den Front- und Rear-Bereich ist auch bei einer Stereo-Musikwiedergabe inklusive Soundfield-Aktivierung ein echter Qualitätsgewinn, denn in diesem Modus simuliert das System 6 einen Kopfhörer-ähnlichen Klangeindruck, indem die Klanginformationen gespiegelt werden.
Dadurch ist es möglich, sich innerhalb der Lautsprecheraufstellung frei zu bewegen und dennoch das Gefühl zu haben, dass der Klangeindruck die korrekte Links-Rechts-Stereo-Ortung beibehält.
Jede abweichende Klangbalance der einzelnen Lautsprecher wäre hierbei enorm störend, sodass man Sony nur beglückwünschen kann, dass die Lautsprecherbestückung rundum homogen ausfällt.
Innerhalb der Bravia-Connect-App lässt sich der Multi-Stereo-Effekt durch einen Mehrkanal-Upmix-Effekt ersetzen, sodass die Front- und Surround-Aufteilung selbst mit Stereoquellen überzeugend umgesetzt werden kann.
Anschlüsse: 1x HDMI-eARC, 1x digital optisch, 1x Klinkenstecker-Audio-Eingang |
Gaming-Funktionen: – |
Audio-Kalibrierung: Manuelle Einstellung des Basspegels (Subwoofer-Intensität) und Surround-Lautsprecher-Pegel (+/- 6 dB), Entfernungseinstellung: bis zu 4 Meter für Soundbar, bis zu 10 Meter für Subwoofer und Surround-Lautsprecher, AV-Sync-Einstellung: 0–120 ms |
Bedienung: Einschaltzeit ca. 5 s, keine Display-Anzeige, keine On-Screen-Anzeige über HDMI, lediglich Status-LED-Anzeige bei Subwoofer, mitgelieferte Fernbedienung deckt nur Grundsteuerung ab, für vollständigen Funktionsumfang Bravia Connect Smartphone-App nötig, komfortable Einstellung der wichtigsten Funktionen über kompatible Bravia-Fernseher |
Klangeindruck: Dynamischer Kinoklangcharakter, beachtliche Maximalleistung, Fokus auf Stimmwiedergabe selbst ohne Spracheinstellung, dominanter Subwoofer lässt sich durch manuelle Einstellungen bändigen, Soundfield-Nachbearbeitung nicht mit allen Quellen gleichermaßen überzeugend, effektive und überzeugende 5.1-Raumklangabbildung |
Audio-Formate: Dolby Digital, Dolby Atmos, DTS, DTS:X, Mehrkanal-PCM, Bluetooth-Audio |
Die große Stärke des Theatre System 6 ist die Effektivität, mit der die zugeführte Energie in eine beachtliche Klangdynamik umgewandelt wird. Sonys Konzept, der schlanken Soundbar einen XXL-Subwoofer und vollwertige Surround-Lautsprecher zur Seite zu stellen, geht in der Praxis vollständig auf. Eine derartige Wucht würde man diesem Einsteiger-Surround-Set vermutlich nicht zutrauen.
Dies sorgt gleichermaßen für eine beachtliche Klangsteigerung gegenüber dem bisherigen Einsteigerset HT-S40R: Sämtliche Lautsprecher des Bravia Theatre System 6 können auf ein noch größeres Gehäusevolumen und leistungsstärkere Treiber zurückgreifen, sodass das neue Theatre System 6 (HT-S60) das bisherige Einsteigerset klanglich hörbar distanziert.

Für ein Mehrkanal-Einsteigerset ist es umso überraschender, mit welcher Leichtigkeit und Vehemenz Live-Konzert-Aufnahmen und Kinofilme wiedergegeben werden: An Spielfreude und einem kernigen Klangcharakter mangelt es dem Theatre System 6 keinesfalls.
Der Raumklangeffekt wird allerdings maßgeblich durch die Surround-Lautsprecher erzeugt, während die Soundbar einem XXL-Centerlautsprecher gleicht.
Zwar werden die betreffenden Klanginformationen mit entsprechenden Quellen (Dolby Atmos, DTS:X) den Front- und Rückkanälen beigemischt, doch durch das Fehlen von nach oben abstrahlenden Lautsprechertreibern hält sich der 3D-Audioeindruck in Grenzen.
Vielmehr ermöglicht das Theatre System 6 eine 5.1-Raumklangwiedergabe mit der Option, eine virtuelle Klangbühne aufzubauen. Sonys Sound-Field-Einstellung, um einen virtuellen Raumklangeffekt in Form einer „Klangblase“ zu erzeugen, vermittelte je nach Signalzuspielung einen überzeugenden Eindruck.

Für die beste Kanaltrennung sollte zwar auf die Soundfield-Einstellung verzichtet werden, doch wer einen homogeneren Übergang zwischen den Front- und Surround-Kanälen erzeugen will, der sollte den Sound-Field-Effekt ausprobieren.
Mit Dolby-Atmos-Quellen kommt es durch die Sound-Field-Aktivierung allerdings zu einem womöglich nicht beabsichtigten Effekt: Die Dolby-Atmos-Höhenkanalinformationen der Surround-Channels werden mittels Sound-Field-Einstellung nicht den Rücklautsprechern beigemischt, sondern der Soundbar.
Dadurch spielt sich das Dolby-Atmos-Geschehen mit aktivierter Soundfield-Einstellung frontlastiger ab als ohne Soundfield-Effekt – ein Problem, das mit DTS:X-Quellen beispielsweise nicht auftritt.
Mit der PS5 klappte die Kanaltrennung ohne Soundfield-Nachbearbeitung meist überzeugender als mit und der Raumklangeffekt war ausgeprägter, sodass nicht blind auf die Soundfield-Einstellung vertraut werden sollte.
Im Test konnte es zudem passieren, dass beim Hin- und Herschalten der Soundfield-Einstellung über die OSD-Navigation eines Bravia-TVs die Funktion nicht korrekt aktiviert oder deaktiviert wurde. Ein ähnlicher Fehler kann über die Smartphone-App-Einstellung auftreten. Ein Tastendruck über den abgestimmten Knopf der mitgelieferten Fernbedienung des Theatre System 6 behebt das Problem.

Je nach Quelle sollte die Intensität der Rücklautsprecher und des Basspegels manuell angepasst werden: Im Test reduzierten beispielsweise die Intensität der Rücklautsprecher mit Stereo-Quellen, sobald die Soundfield-Einstellung die Klangeffekte auf alle Lautsprecher verteilt. Mit nativen Mehrkanalquellen bevorzugten wir hingegen die Referenzeinstellung.
Gleiches gilt für den Basspegel: Abhängig von der Eingangsquelle (DTS, Dolby, PCM-Stereo) variierten unsere Subwoofer-Einstellungen, um den Tiefton harmonisch abzustimmen. Generell zügelten wir den Subwoofer-Pegel im Test, da die Grundeinstellung den Subwoofer zu dominant in den Vordergrund rückte.

Kinofeeling zum Sparpreis
Mit dem Bravia Theatre System 6 (HT-S60) ist Sony ein klangstarkes Upgrade des bisherigen Einsteigersets HT-S40R geglückt, sodass sich das neue Lautsprechersystem hörbar abzusetzen vermag.
Die Verlagerung der wichtigsten Elektronik in den Subwoofer und die Wireless-Verstärker-Box sorgen für flexible Installationsmöglichkeiten der passiven Lautsprecher.
Angesichts der vielseitigen Einstellungsmöglichkeiten über die Bravia Connect App und der beachtlichen Leistungsreserven des Subwoofers sowie der Lautsprecher stellt das günstige 5.1-Lautsprecherset von Sony selbst teurere Soundbar-Lösungen in den Schatten.
Sonys beste Lautsprechersysteme sind dem Theatre System 6 beim 3D-Raumklang zwar deutlich voraus, doch hinsichtlich der Dynamik und der 5.1-Abbildung muss sich das günstige Surround-Komplettset nicht verstecken.
Besonders für Bravia-TV-Besitzer, die einen flachen Klangeindruck mit internen TV-Lautsprecher ausmerzen möchten, stellt das Bravia Theatre System 6 eine exzellente Einstiegsmöglichkeit in die Welt des echten Surroundklangs dar. Noch effizienter lässt sich Heimkinoklang für Einsteiger kaum noch umsetzen.
Testurteil: Sehr gut (Kauftipp, Highlight)