Loewe Stellar 65 DR+ im Test: Geschmiedet für die Ewigkeit (DF-Tech)

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Loewe stellar black lava
Bildquelle: Loewe

Mit dem TV-Modell Stellar stellt Loewe die Weichen für die eigene TV-Zukunft: Vom OLED-Panel über das Gehäusedesign bis zur Softwareoberfläche stellt Stellar eine echte Neuentwicklung dar.

Die individuelle TV-Fertigung am Kronacher Standort auf Basis der Open-Cell-OLED-Module von LG.Display ermöglicht es Loewe, sich bestmöglich vom klassischen TV-Design-Einheitsbrei abzuheben.

Preis: 6000 Euro • Bildgröße: 65 Zoll (auch erhältlich in 42, 48, 55, 77 und 83 Zoll) • Maße: 146,8 x 94,3 x 4,7 cm (Displayhöhe: 88,8 cm, Display-Paneltiefe: 0,8 cm) • Gewicht: 23,7 kg (21,5 kg ohne Standfuß) • Bauweise: MLA-OLED (META 2.0) • Auflösung: 3840×2160 Bildpunkte • Stromverbrauch: ca. 40-370 Watt (max. 470 Watt im Bildmodus Dynamik)

Premium-Optik ohne Ballast

Brachten erstklassig verarbeitete Loewe-Fernseher in der Vergangenheit etliche Kilogramm an Mehrgewicht auf die Waage, so findet Loewe mit dem Stellar eine optimale Balance zwischen einem kunstvollen Gehäusedesign und einer praxisgerechten Gestaltung. Trotz der hochwertigen Materialen erscheint der Stellar vergleichsweise grazil.

Unser Favorit im aktuellen Stellar-Aufgebot: Eine Designvariante mit stets individuell strukturierter Rückwand aus Echtbeton mitsamt schwarzer Vulkanstein-Pigmente. Um die außergewöhnliche Rückwand fertigen zu können, wird Vulkangestein in ein feines Mehl zerstoßen und dem Beton beigemischt. Selbst der sich nach außen verjüngende Alu-Metallrahmen des OLED-Displays ist beim Stellar ein echter Hingucker. 

Ein hochwertiger massiver Alu-Standfuß rundet den positiven Eindruck ab und ermöglicht eine großzügige Drehung des TV-Displays. Sogar eine optionale motorisierte Floor-Stand-Option lässt sich auf Wunsch verwirklichen, um den Stellar über die Fernbedienung auszurichten.

Einladender TV-Start

Wir der Stellar eingeschaltet, „öffnet“ sich der Bildschirm wie ein digitaler Vorhang und die nach unten abstrahlenden LED-Lichter breiten sich im Gleichklang aus und hüllen den Stellar in ein diffuses Licht. 

Loewe Stellar Magic Light
Bildquelle: Auerbach Verlag

Der Magic-Light-Funktion wird eine entsprechende Taste auf der XXL-Loewe-Fernbedienung spendiert: Leuchtintensität sowie Farbe lassen sich über das beleuchtete Steuerkreuz nahezu stufenlos feinjustieren. 

Loewe Stellar Magic Light
Bildquelle: Auerbach Verlag

Einziges kleines Manko: Der silberne Alu-Tischfuß des Loewe Stellar reflektiert das Licht auffällig, sodass die einzelnen LEDs als punktuelle Lichter in Erscheinung treten können.

Ebenso überraschend wie der individuelle Look und die hochwertige Materialqualität des Stellar fällt die Bedienung des Fernsehers aus. Neben einer XXL-Loewe-Fernbedienung liegt dem Stellar eine kompakte Smart-Remote bei, dich sich optisch nicht von einer Samsung-Smart-Remote unterscheidet.

Loewe Stellar Fernbedienung
Bildquelle: Auerbach Verlag

Bei der Ersteinrichtung wird schnell ersichtlich, weshalb Loewe eine kompakte Zweitfernbedienung mit Bluetooth-Verbindung und Sprachsteuerung beilegt, denn die Bedienoberfläche des Stellar fällt dank Tizen OS nahezu identisch zu Samsung-TVs aus. 

Von der Begrüßungsmusik und den Einrichtungsbildschirmen über die Bild-, Ton- und Systemeinstellungen bis hin zur optionalen Samsung-Kontoverknüpfung zeigt sich ein vertrauter Smart-TV-Anblick.

Loewe Stellar Tizen OS
Durch die Tizen-OS-Oberfläche steuert sich der Loewe Stellar wie ein Samsung-Fernseher, sogar eine Samsung-Kontoanmeldung ist möglich. Loewe verbessert an einigen Punkten die Bedienführung und legt eine hochwertige XXL-Hauptfernbedienung bei. Flexibles Twin-Tuner-System und integrierter 1000-GB-SSD-Speicher für Programmaufnahmen und Timeshift. Zahlreiche Streaming-Apps, Samsung-TV-Plus-Zugang und Game-Streaming wie Xbox-Cloud-Streaming und Geforce Now. Unterstützung von aktuellen Heimkinoformaten wie HDR10+ und Dolby Atmos, aber kein Dolby-Vision- und kein DTS:X-Support

Wer sich in den letzten Jahren mit einem Samsung-Tizen-TV vertraut gemacht hat, wird den Umstieg auf den Loewe Stellar als kinderleicht empfinden. Für klassische Loewe-TV-Nutzer stellt Tizen OS hingegen eine komplett neue Bedienwelt dar und Loewe gelingt es durch eigene Anpassungen sowie eine exzellente und hochwertige Hauptfernbedienung, die Brücke zu den klassischen TV-Tugenden zu schlagen.

Den Einstieg erleichtert das massive beiliegende Handbuch. Hier informiert Loewe beispielsweise über die linearen TV-Funktionen (Senderempfang, EPG, Recording) und verrät die Farbcodierung des prägnanten „Loewe Auges“.

Im TV-Betrieb leuchtet die Anzeige im Loewe Auge grün, während sich die Signalleuchte bei einer TV-Aufnahme rot färbt. Wird das verbaute OLED-Panel hingegen durch einen Panel-Refresh-Zyklus optimiert, erscheint die Anzeige blau.

Obwohl das beiliegende Handbuch 200 Seiten umfasst, sind nur knapp 30 Seiten für die Grundfunktionen des Stellar reserviert, dann wiederholt sich die Abhandlung in anderen Sprachen. Aufgrund der enormen Möglichkeiten des Stellar hätten sich die 200 Seiten des Benutzerhandbuchs problemlos mit Informationen in einer einzigen Sprache füllen lassen.

Ein wichtiger Tipp für alle Loewe-TV-Neueinsteiger: Die oberen Bedientasten der XXL-Fernbedienung dienen nicht nur zur TV- und Quellauswahl, sondern ermöglichen durch einen langen Tastendruck die Steuerung weiterer angeschlossener Geräte. Sollte der Stellar einmal nicht auf Tasteneingaben reagieren, sollte zunächst geprüft werden, ob versehentlich eine der oberen Tasten zu lange gedrückt wurde. Durch ein Gedrückthalten der TV-Taste gelingt die Rückkehr zur Stellar-Steuerung.

Sollte der mittlere Ring der Fernbedienung zu kräftig oder zu schwach leuchten, lässt sich die Helligkeit mittels Magic-Light-Taste und den Zifferntasten 1 bis 5 variieren. Die Helligkeitsanpassung der Fernbedienung gelingt, wenn der Ring während der Einstellung nicht kontinuierlich leuchtet, andernfalls wird die LED-Beleuchtung des Stellar-TVs über das Steuerkreuz justiert.

Ein langer oder kurzer Tastendruck gibt nach dem Vorbild von Samsungs Tizen-OS-Steuerung unterschiedliche Funktionen preis. Die EPG-Taste öffnet durch einen langen Tastendruck die Senderliste und die Zahnradtaste, die bei kurzem Tastendruck die kompakte Schnellmenüanzeige öffnet, führt durch einen langen Druck ohne Umwege zu den ausführlichen TV-Einstellungen.

Neue Features im Überfluss

Im Stellar schlummert ein 1000-GB-SSD-Speicher, der Programmaufnahmen und Timeshift ohne weitere Hilfsmittel erlaubt. Im Test meisterte der Stellar zwei parallel ablaufende TV-Aufzeichnungen, während auf einen dritten Sender gewechselt werden konnte, solange sich dieser auf dem gleichen Transponder befindet.

Einschränkungen ergeben sich lediglich durch kopiergeschützte HD-Inhalte. Eine HD+ App-Freischaltung ist nicht möglich, die Decodierung erfolgt ganz klassisch über den CI+ Modulslot, der äußerst unauffällig an der Oberseite des Technikkastens integriert wurde.

Über eine Bild-in-Bild-Darstellung lassen sich auf Wunsch zwei TV-Sender parallel wiedergeben oder eine HDMI-Quelle mit der TV-Wiedergabe kombinieren. Die Multi-View-Option gestattet es, externe Quellen und Streaming-Apps wie Youtube in einzelnen Fenstern wiederzugeben.

Alle vier HDMI-Schnittstellen des Loewe Stellar sind zu aktuellen HDMI-2.1-Signalen kompatibel und unterstützen eine hohe Bandbreite für 4K-120- oder gar -144-Hz-Gaming-Signale. Somit stehen auch bei einer eARC-Tonweiterleitung (HDMI-Anschluss 1) drei freie HDMI-2.1-Schnittstellen für Gaming-Quellen wie PS5 Pro, Xbox Series X und die nahende Nintendo Switch 2 oder PCs zur Verfügung.

Loewe Stellar Gaming
Alle vier HDMI-Eingänge des Loewe Stellar sind zu HDMI-2.1-Gaming-Signalen kompatibel. Exzellente Darstellungsqualität und Spielbarkeit mit 120- und 144-Hz-Signalzuspielung. Die selbstleuchtenden OLED-Pixel provozieren keine künstlichen Nachzieheffekte. Die Bildvoreinstellungen im Spielmodus sollten manuell an die Film-Voreinstellungen angeglichen werden, um eine natürliche Wiedergabe zu erzielen

Obwohl Loewe auf eine spezielle Gamebar-Anzeige verzichtet, bietet der Spielmodus des Stellar eine exzellente Spielbarkeit, besonders bei einer 120-Hz- oder 144-Hz-Zuspielung. Die Bildvoreinstellungen lassen sich manuell an die Vorgaben des Filmmodus angleichen, um auch im Spielmodus eine natürliche Darstellung zu erreichen. Neben VRR- und Freesync-Signalen ist der Stellar zu G-Sync-Quellen kompatibel. Im Test erhöhte sich mit einer G-Sync-Verbindung allerdings der Input-Lag.

Dank Tizen OS bietet der Stellar eine Flut an Streaming-Apps. Neben den wichtigsten kostenpflichtigen Streaming-Anbietern gelingt der Abruf von TV-, Serien- und Filminhalten über die Samsung TV-Plus-Plattform auch ohne weitere Zusatzkosten. Nur Apple-Fans werden den Zugriff auf eine Apple-TV-App vermissen.

Dolby-Vision-Quellen sind mit dem Stellar nicht abspielbar, stattdessen unterstützt Loewe das HDR10+ Format. Viele Streaming-Anbieter setzen mittlerweile auf HDR10+ als automatische Fallback-Option, sodass der Stellar mit immer mehr Apps den dynamischen Tonemapping-Abgleich ausnutzen kann.

Klangvolumen

Die Tonwiedergabe des Stellar überzeugte im Test besonders im Film-Klangmodus mit einer präzisen und klaren Abbildung. Selbst wenn Musik-, Effekt- und Sprachanteile in Kinofilmen gleichzeitig in den Vordergrund rückten, waren sämtliche Klangbausteine stets mühelos auseinanderzuhalten. 

Bei der Räumlichkeit punktet der Stellar ebenfalls und eine automatische Dynamikkomprimierung beugt gerade bei hohen Lautstärkeeinstellungen unerwünschten Verzerrungen vor. 

Zu leise abgemischte Quellen lassen sich aktuell aber nicht ausreichend über eine Audio-Offset-Einstellung im Pegel anheben, sodass fehlerhaft gemasterte Audioinhalte selbst bei maximaler Lautstärkeeinstellung vergleichsweise leise erschallen können.

Der manuelle Audio-Equalizer ist zudem nicht im Filmtonmodus zugänglich und tiefe Bass-Frequenzen werden ausgespart. Für ein besseres Tieftonerlebnis lässt sich der Stellar-TV mit dem Loewe Subwoofer „Klang sub 1“ koppeln. Der Basslautsprecher ist aktuell zu besonders attraktiven Preisen erhältlich und eine echte Empfehlung, um die schlanke Basswiedergabe des Stellar aufzuwerten.

Durchaus ungewöhnlich: Die Lautsprecherbestückung und die Musikleistung von 80 Watt (Sinusleistung von 2x 20 Watt) zwischen den kleinsten Stellar-TVs (42, 48 Zoll) und dem getesteten 65-Zoll-Modell fallen nahezu identisch aus. 

Im Test des 65-Zoll-Stellar blickten wir ein wenig neidisch auf die 77-Zoll-Variante, denn diese ist mit einem 300-Watt-Lautsprechersystem (Sinusleistung von 2x 75 Watt) ausgestattet.

Um Loewes integriertes Lautsprecherkonzept besser zu verstehen, ist ein Blick auf die Gehäuserückseite der unterschiedlichen Stellar-TVs hilfreich, denn die Lautsprecherblende an der Vorderseite kann nicht immer das richtige Klangverhältnis vermitteln.

Sämtliche Lautsprecher (6 aktive und 4 passive Treiber) sind im rückseitigen Gehäuse untergebracht. Der Vergleich der kleinsten Stellar-Modelle in 42 und 48 Zoll zeigt, dass der Technikkasten mitsamt den integrierten Lautsprechern nahezu die gesamte Displaybreite abdeckt. 

Blickt man hingegen auf die Rückseite des Stellar in 65 Zoll, erscheint der Technikkasten vergleichsweise winzig und die Lautsprecher decken nicht die Randbereiche des Displays ab. Ganz anders die Soundlösung des 77-Zoll-Stellar-TVs: Hier vollzieht Loewe einen Qualitätssprung und integriert einen XXL-Technikkasten, der auch die Lautsprecherleistung beflügelt.

Zugleich sind die Stellar Modelle ab 77 Zoll mit einem Center-Audio-Anschluss für AV-Receiver ausgestattet, um die internen Lautsprecher des Fernsehers ins Heimkinosetup einbinden zu können. Wer somit beim Klang Heimkinodimensionen anstrebt, ist mit dem Stellar in 77 Zoll besser bedient als mit dem 65-Zoll-Modell.

Loewe Stellar 65 Formatunterstützung

Neben Dolby-Quellen (inklusive Atmos) unterstützt der Stellar PCM-5.1-Signale. DTS-Quellen lassen sich nicht verlustfrei wiedergeben oder über eARC weiterleiten und sollten direkt über eine Soundbar oder einen AV-Receiver wiedergegeben werden.

Professionelle Bildleistung

Beim Bild kann sich der Stellar in 65 Zoll sichtbar von den 42- und 48-Zoll-Modellen absetzen, denn ab 55 Zoll kommt beim Loewe Stellar ein besonders leuchtstarkes OLED-Panel mit MLA-Booster zum Einsatz (META-2.0-Generation). 

Durch die MLA-OLED-Technik ergeben sich nicht nur Vorteile bei der HDR-Leuchtstärke, sondern auch die Blickwinkeleigenschaften werden durch den zusätzlichen Mikrolinsen-Layer perfektioniert. Selbst bei extrem steilen Blickwinkeln erscheint die Bildwiedergabe mit dem 65-Zoll-Stellar kontrastreich und farbecht. 

Auch die typischen Verfärbungen der WRGB-OLED-Paneltechnologie (Magenta- oder Türkis-Drift) sind dank der MLA-Technik sichtbar minimiert. Zugleich profitiert der Stellar von Loewes aufwändiger Open-Cell-Weiterverarbeitung: Im Vergleich zu den letztjährigen MLA-OLEDs der TV-Konkurrenz zeigte unser Stellar-Testmuster eine noch bessere Ausleuchtungsgenauigkeit und weniger Verfärbungen. Selbst Welleneffekte bei Lichtspiegelungen sind minimiert.

Doch nicht nur der Blick auf die Bildfläche begeistert, sondern auch die Rückseite imponiert: Eine dreilagige Alu-Verbundwerkstoff-Trägerplatte und die Rückwand aus Glasfaserverstärktem Struktur-Beton sorgen für eine effektive Wärmeableitung.

Das Leuchtstärkepotenzial des MLA-OLED-Panels lotet Loewe allerdings nur im Dynamikmodus aus, während im Filmmodus eine geringere Bildhelligkeit erzielt wird. Statt in HDR-Helligkeitsbereiche von 1500+ Nits vorzudringen, verhält sich der Stellar im Filmmodus wie ein klassischer 1000-Nits-HDR-TV. Das Tonemapping mit HDR10-Signalen verhindert gekonnt einen unnötigen Detailverlust, indem auch HDR-Highlights von ca. 2500 Nits wiedergegeben werden.

Loewe gelingt ein präziser Farb- und Farbtemperaturabgleich und bei der Ermittelung des HDR-EOTF-Trackings zeigte der Stellar stets die geforderten Helligkeitswerte, ohne künstliche Über- oder Unterbelichtungen zu erzeugen.

Loewe Stellar 65 Filmbild
Loewe stimmt den Stellar im Filmmodus besonders natürlich ab, sodass Details in hellen und dunklen Bildbereichen ebenso präzise dargestellt werden wie unterschiedliche Hauttöne. Das MLA-OLED-Panel ermöglicht eine exzellente Blickwinkelstabilität und liefert satte HDR-Kontraste

Andere OLED-TVs mögen die extremeren Maximalzahlen erreichen, doch der Loewe Stellar trifft stets die richtigen Zwischentöne, sodass die wichtigsten Bildinformationen präzise wiedergegeben werden. Selbst mit unseren extremen HDR-Testsequenzen zeigte der Stellar ein ausgeglichenes Ergebnis ohne störende Bildfehler. 

Mit klassischen SDR-Signalen zeigen sich ebenfalls die Vorteile von Loewes Bildabstimmung. Während andere TV-Hersteller meist etwas nachhelfen und einzelne Farbbereiche je nach Helligkeit viel gesättigter erscheinen als beabsichtigt, zeigt der Stellar eine Farbtreue auf dem Niveau eines kalibrierten Monitors. 

Die Farbtemperatureinstellung ist allerdings nicht ganz nachvollziehbar gelöst, denn während „Warm 1“ eine korrekte Vorgabe nach Videonorm liefert, ist die Voreinstellung „Warm 2“ merklich kühler abgestimmt, obwohl für kühlere Farben entsprechende Presets zur Verfügung stehen. Bildprofis können auf einen 2-Punkt- oder 20-Punkt-Farbtemperaturabgleich zurückgreifen.

Wer die Wiedergabe im Spielmodus ebenfalls natürlich gestalten möchte, sollte sich an den Einstellungen des Filmmodus orientieren und neben der Farbtemperatur vor allem auch die Schärfe anpassen.

Loewe Stellar 65 Rückseite
Anschlüsse für Wandmontage ausgelegt • Blenden für Anschlussbereich, Kabelführung am Gehäuse und am Standfuß • Stromkabel ca. 2,5 m (ca. 1,9 m effektiv nutzbar) • Wandhalterung Maße: 30 x 20 cm • Rahmenbreite: ca. 1 cm (ca. 1,5 cm bis Bild) • Displaydicke: ca. 0,8 cm (ca. 4,7 cm mit Gehäuse) • Displayhöhe Unterkante: ca. 5,5 cm (ca. 11,5 cm bis Bildunterkante) • Standfußfläche: ca. 81 x 28 cm • Display drehbar: ja
Anschlüsse: 4x HDMI (4K 144 Hz HDR), 1x eARC (HDMI 1), 4x USB (davon 2x USB-C), Netzwerk (oder WLAN), kein analoger Videoeingang, 1x digital optisch Audio oder Kopfhörer
Gaming-Funktionen: 4K in HDR mit 144 Hz, VRR, Freesync, G-Sync-kompatibel (im Test aber erhöhter Input-Lag), ALLM, 1440p-Support, Input Lag: ca. 20 ms (60 Hz) bzw. ca. 6 ms (120 Hz), ca. 5 ms (144 Hz)
Tuner-Funktionen: Twin-Tuner für DVB-S/-C/-T, integrierter 1000-GB-SSD-Speicher für TV-Recording (Aufnahme und Senderwechsel oder zweifache Aufnahme) und Time-Shift, Unicable-Support, 1x CI, Bild-in-Bild-Darstellung (TV-Tuner, HDMI) oder Multibild-Wiedergabe (HDMI-Quelle, TV-Signal, Youtube, Samsung-TV-Plus-Channels) in 2 Fenstern
Streaming-Apps: Netflix, Amazon Video, Disney+, Youtube (inklusive AV1-Decoding), Sky, Magenta TV, DAZN, Rakuten TV, Lokal TV, Xbox Gamepass Streaming, Geforce Now u.v.m. 
HDR- und Audio-Formate: HDR10, HDR10+, HLG, kein Dolby Vision, Dolby Digital, Dolby Atmos, Mehrkanal-PCM (5.1), kein DTS, kein DTS:X, Miracast, Bluetooth, Center-Channel-Audioanschluss (ab 77 Zoll)

Ausbalancierte Wiedergabe

Loewe ermöglicht mit dem Stellar einen ausgewogenen Bildlook und Filmfans können voll und ganz in die Inhalte abtauchen, ohne sich mit komplexen Bildkalibrierungen herumschlagen zu müssen. Dennoch bieten die manuellen Optionen zusätzliche Möglichkeiten, um besonders auf die Leuchtstärke des Bildes Einfluss zu nehmen.

Während die Bildeinstellung „Helligkeit“ die Schwarzstufe des Stellar beeinflusst und auf der Voreinstellung (0) verharren sollte, lässt sich über „Helligkeit der Pixel“ die Leuchtstärke vorgeben.

Die Option „Spitzenwert für Helligkeit“ erhöht oder verringert das Gesamthelligkeitsniveau: In geringster Einstellung stehen knapp 60% der Maximalhelligkeit zur Verfügung, selbst wenn der Regler für die Pixelhelligkeit am Anschlag steht. 

Eine Besonderheit stellt die Option „HDR Helligkeit“ dar. Im Automodus erreicht der Stellar sein maximales Leuchtstärkeniveau und damit den größten HDR-Dynamikumfang. Typisch für OLED-Panels mit WRGB-Subpixeln werden Weißlicht- und farblose Elemente prägnanter hervorgehoben, während gesättigte RGB-Pixel matter erscheinen. 

Wird auf die geringe Voreinstellung der Option „HDR Helligkeit“ umgeschaltet, erreicht der Stellar bei HDR-Weißlichtdetails zwar weniger als 50 Prozent seiner maximalen Leuchtstärke, doch stark gesättigte RGB-Farbwerte und Weißlichtdetails stehen dann im korrekten Leuchtstärkeverhältnis. 

Wünschenswert wäre noch eine Einstellung, um eine höhere Flächenhelligkeit beizubehalten. Im Dynamikmodus erreicht der Stellar eine gesteigerte Vollbildhelligkeit während im Filmmodus das MLA-OLED-Panel-Potenzial hinsichtlich der Vollbildhelligkeit nicht erreicht wird. 

Loewe Stellar Lichtsensor
Bildquelle: Auerbach Verlag

Die Lichtsensorsteuerung des Loewe Stellar ermöglicht den automatischen Abgleich der Bildhelligkeit in Abhängigkeit von den Raumlichtbedingungen. Im Energiesparmenü des Fernsehers ist die Lichtsensorsteuerung variabel einstellbar und die Vorgabe bzw. Anhebung der Mindesthelligkeit verhindert, dass das Bild im dunklen Raum zu düster erscheint.

Lediglich eine gezielte automatische Anhebung dunkler Bildbereiche durch die Lichtsensorkorrektur nach Vorbild von Dolby Vision IQ ist aktuell nicht möglich, weshalb dunkle HDR-Details trotz des effektiven Kontrastfilters in hellen Räumen etwas leuchtschwach erscheinen können. Die Kontrastverbesserung des Stellar kann hier zwar aushelfen, doch ändert sich damit die Helligkeitsbalance des gesamten Bildinhalts.

Stark komprimierte Streaming-Inhalte profitieren vom Rauschfilter des Stellar, der zugleich Banding-Artefakte effektiv bekämpft. Leider steht nur eine Auto-Voreinstellung zur Auswahl und Rausch- oder Banding-Artefakte lassen sich nicht unabhängig voneinander abschwächen.

Das Upscaling überzeugt durch einen ausreichend scharfen Look und Pixeleffekte werden stark minimiert. Je geringer die Eingangsauflösung, desto künstlicher können Konturen erscheinen. Um die Natürlichkeit des Bildes zu bewahren, sollte der Schärferegler nach Möglichkeit nicht oder nur auf minimaler Stufe eingeschaltet werden, ansonsten erscheinen Objektkanten auffällig betont.

Die Zwischenbildberechnung meisterte auch schwierige Filmszenen ohne Aussetzer und ermöglicht eine fast stufenlose Anhebung der Glättungsintensität, sodass ein natürlicher Kinofilmeindruck erhalten bleibt. Nur bei Musikvideos im 1080p30-Format neigte der Stellar zu Rucklern. 

Loewe Stellar 65 Black
Bildquelle: Loewe

Loewes TV-Zukunft

Mit dem MLA-OLED-TV Stellar setzt Loewe aktuelle Techniktrends gekonnt: Klassische TV-Tugenden, eine integrierte SSD, ein leistungsstarkes META-2.0-MLA-OLED-Panel und ein außergewöhnliches Gehäusedesign machen aus diesem Fernseher ein echtes Design- und Technikstatement.

Dank modernem Tizen OS und vier vollwertigen HDMI-2.1-Eingängen ist die Modellreihe Stellar optimal für die Streaming- und Gaming-Zukunft vorbereitet – eine 5-jährige Herstellergarantie gibt es obendrauf. Individueller lässt sich die Faszination für moderne TV-Technik aktuell nicht ausleben.

Testurteil: ausgezeichnet (Highlight, Heimkino-Tipp, Gaming-Tipp, Design-Innovation)

Einstellungen für ein natürliches Bild
Bildmodus Film oder Spiel 
Bildformat 16:9
Auf Bildschirm anp. Ein oder Auto
Helligkeit der Pixel Je nach Wunsch (SDR), max. (HDR)
Kontrast 25
Schärfe 0-2
Farbe 25
Farbton 0
Bildschärfe-Einstell. Manuell
Unschärfeminderung 10
Judder-Minderung 0–5
Clear Motion Aus
Rauschunterdrückung Aus oder Auto (Rauschmuster- und Banding-Filter)
KontrastverbesserungAus (alternativ Gering)
Farbton Warm 1
Weißabgleich Voreinstellung
Spitzenwert Helligkeit Je nach Wunsch (SDR), Hoch (HDR)
HDR-Helligkeit Je nach Wunsch
Energiesparlösung Aus
Loewe Stellar 65 Farbvolumen grafik
Loewe reizt erst im Dynamikmodus alle Helligkeitsreserven des MLA-OLED-Panels aus, der Filmmodus punktet dagegen durch Kontrolle und Präzision. Wie bei allen WRGB-OLED-Panels fällt die RGB-Helligkeit bei maximaler Sättigung limitierter aus als die Weißlichtdarstellung, was das HDR-Farbvolumen limitiert
Der Loewe Stellar muss hinsichtlich der Farbdarstellung keinen Vergleich mit professionellen Monitoren scheuen. Nicht nur HDR-Signale, sondern auch SDR-Quellen werden ohne überzuckerte Farben wiedergegeben. Insbesondere Hautfarben werden mit dem Stellar hochgradig natürlich dargestellt. Die nüchterne Wiedergabe im Filmmodus minimiert zugleich unerwünschte Banding-Artefakte, die sich bei stark komprimierten Quellen zusätzlich über den Rauschfilter glätten lassen
Loewe Stellar 65 Flächenhelligkeit
Im Dynamikmodus erreicht der Stellar die MLA-OLED-typischen hohen Maximalwerte: Knapp 1700 Nits bei leuchtstarken Details und mehr als 230 Nits sind vollflächig umsetzbar. Im Filmmodus reduzieren sich diese Werte und der Stellar agiert wie ein 1000-Nits-OLED-TV im HDR-Modus (450 Nits mit SDR-Signalen). Leider sinkt auch die Vollflächenhelligkeit im Filmmodus auf weniger als 190 Nits
Loewe Stellar 65 Farbhelligkeit
Die Weißlichtsubpixel des MLA-OLED-Panels ermöglichen eine sehr hohe Detail-Leuchtstärke (ca. 1700 Nits im Dynamikmodus, ca. 1150 Nits im Filmmodus). Das RGB-Subpixel-Leuchtstärkeniveau erreicht bei maximaler Farbsättigung im Filmmodus hingegen ca. 450 Nits (>600 Nits im Dynamikmodus). Die Einstellung „HDR Helligkeit Gering“ erlaubt es, die Intensität der Weißlichtsubpixel zu reduzieren, sodass farblose und bunte HDR-Details im korrekten Leuchtstärkeverhältnis angezeigt werden
Loewe Stellar 65 Black Level
Optimale Schwarzdarstellung dank selbstleuchtender OLED-Pixel. Vorbildlicher Helligkeitsanstieg nahe Tiefschwarz und exzellentes HDR-EOTF-Tracking. Der Stellar erzeugt keine störende Über- oder Unterbelichtung und neigt nicht zu unerwünschten Artefakten. Einzig in stark beleuchteten Räumen wäre ein Auto-Schwarzstufenabgleich über die Lichtsensorsteuerung wünschenswert, um dunkle Details gezielt anzuheben
Loewe Stellar Bildansteuerung
Die Bildwiedergabe gelingt flimmerfrei und ohne Nachzieheffekte. Temporäre Nachleuchteffekte bei statischen hellen Details durch effektive Wärmeableitung effektiv minimiert. Zwischenbildberechnung mit nahezu stufenloser Glättung und natürlicher Filmbilddarstellung. 4K-Gaming-Signale lassen sich mit 120 oder 144 Hz über alle HDMI-Schnittstellen zuspielen. Optionale Schwarzbildeinblendung (Clear Motion) mit 60-Hz-Flackern
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