
Modulatoren helfen, beliebige Videoquellen über die Antennenverteilung mehreren TV-Geräten zugänglich zu machen. Doch nicht alle bieten das, was man von ihnen erwartet.
Unser Testkandidat ist ein typischer Vertreter dessen, was man, wenig schmeichelhaft, als typischen China-Kracher bezeichnen kann. Zweifelsohne handelt es sich um ein OEM-Produkt. Demnach findet man am Modulator weder einen Firmennamen oder eine Typenbezeichnung. Von einem Hinweis zum Hersteller ganz zu schweigen. Auf der Verpackung ist zumindest eine Typenbezeichnung, HDM68, zu finden. Auf einer internationalen Verkaufsplattform wird der Modulator unter anderem unter den Namen Pusokei, FastUU und Fasient angeboten. Der Preis bewegt sich zwischen rund 40 bis 60 Euro.
Analoger Modulator
Bislang waren wir gewohnt, dass Modulatoren mit HDMI-Eingang die zugespielte digitale Videoquelle als hochwertiges DVB-T-Signal ausgeben. Wobei Full HD der Stand der Dinge ist. All das ist beim HDM68 nicht der Fall. Denn er wandelt das digital zugespielte AV-Signal in ein analoges TV-Signal um und gibt es, je nach Programmierung, in PAL oder NTSC aus.
Der an ihm eingebaute HDMI-Eingang lässt zunächst vermuten, dass es sich beim HDM68 um einen DVB-T-Modulator handelt. Auch das dreistellige Display, von dem am Ende nur zwei genutzt werden, und die sechs Bedienungselemente nähren diese Vermutung. Doch erst bei genauerer Betrachtung erkennt man, dass hier mehr Schein als Sein mitspielt. Anstatt die am Modulator angeschlossene digitale AV-Quelle zu einem ebenfalls digitalen DVB-T-Multiplex aufzubereiten, wird sie als analoges Fernsehsignal ausgegeben. Seitlich sind zwei F-Buchsen eingebaut, an denen die TV-Antenne und die Verteilanlage anzuschließen sind. Das 230-Volt-Netzteil ist bereits im Modulator integriert.

Programmierung
Dass in dem Modulator Analogtechnik dominiert, wird auch am oben liegenden Bedienfeld ersichtlich. Über drei Drucktasten kann der Ausgabekanal festgelegt werden. Wobei nicht nur der gesamte UHF-Bereich von Kanal 21 bis 69 abgedeckt wird, sondern auch das VHF Band 3 von Kanal 5 bis 12 und sogar das VHF Band 1 mit den Kanälen 2 bis 4. Daneben werden sogar die analogen Kabel-Sonderkanäle mit abgedeckt.
Über drei vertieft eingebauten Stellschrauben, die mit einem kleinen Kreuzschraubendreher zu bedienen sind, können die Ausgangspegel angepasst werden. Über den Audio-Regler wird die Lautstärke, über den für Video, die Bildhelligkeit eingestellt. Wobei dieser auf den Maximalwert einzustellen ist. Selbst bei ihm ist das Bild noch nicht allzu hell. Abgesehen davon findet nicht jeder Tuner bei zu gering gewähltem Videopegel das Signal.
Mit dem dritten Regler ist der Ausgangspegel, also die Signalstärke, mit der das Analogsignal an der Antennenbuchse ausgegeben wird, anzupassen. Wird dieser zu gering eingestellt, kann es bereits bei sehr kurzen Kabeln zu beträchtlichem Rauschen im Bild kommen.
Weiter lässt sich die TV-Norm festlegen, mit der das analogisierte Videosignal ausgegeben werden soll. Um in diesen Modus zu gelangen, sind zunächst die beiden Kanaltasten gleichzeitig zu drücken. Das anschließende programmieren ist jedenfalls umständlich und auch unnötig, da das Gerät bereits für die bei uns (früher) übliche Analognorm voreingestellt ist.
Bildqualität
In Sachen SD-Bildqualität sind wir jedenfalls Besseres gewohnt. Die des HDM68 kommt nicht annähernd an das SD-Bild der deutschen Programme über Astra heran. Es wirkt matt, flau und jedenfalls etwas zu dunkel. Zudem neigen vertikale Linien zum beiseitigen Schattenwurf, was den Gesamteindruck weiter schmälert. Auch der nur in Mono ausgegebene Ton reißt nicht gerade vom Hocker.

Wofür geeignet?
Zunächst meint man, dass dieser Modulator heute keinen praktischen Wert mehr besitzt. Schließlich ist analoges Fernsehen alles andere als in. Insbesondere auch, weil es kein HD bietet. Erschwerend kommt hinzu, dass längst nicht mehr jeder Fernseher einen Analogtuner eingebaut hat. Womit die Gefahr besteht, dass man mit dem vorhandenen TV die in die Verteilanlage eingespeisten Analogsignale gar nicht sehen kann.
Und selbst wenn sich ein Gerät noch auf analog versteht, ist der Empfang alles andere als komfortabel. Denn eine gemeinsame Senderliste über alle Empfangswege hinweg gibt es meist nicht. Also muss man an der TV-Fernbedienung erstmal auf den analogen Empfangsweg wechseln, um die über den HDM68 verteilte Videoquelle zu sehen. Ob man sich diese Mühe antun will, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Für Sonderanwendungen
Für den Alltag wird man HDMI-Modulatoren mit analogem TV-Ausgang kaum mehr benötigen. Sehr wohl aber, wenn es darum geht, einen musealen Röhrenfernseher wieder zum Leben zu erwecken. Insbesondere Modelle aus den 1950ern kommen nur mit einem VHF-Tuner. Gerade für sie braucht es Modulatoren wie den MDM68, der auch diesen Bereich unterstützt.
Praktisch ist zudem, dass sich der Modulator nicht nur an die westeuropäischen TV-Normen B/G, sondern auch auf die osteuropäischen Standards D/K und die britische Norm I versteht. Sie regeln den Abstand zwischen Bild- und Tonträger, der früher auf der Welt alles andere als einheitlich war.
Sinn kann ein analoger Modulator auch machen, wenn es darum geht, ein Videosignal über außergewöhnlich große Distanzen übertragen zu wollen. Hier kann das VHF-Band 1 helfen, auch nach sehr langen Kabeln noch ein ansprechendes Bild zu erhalten.
Mit etwas Phantasie lässt sich mit einem solchen Modulator aber noch mehr anstellen. Dazu braucht es nur etwas Phantasie und das Wissen, dass man es mit Bauteilen wie dem HDM68 und sinngemäß auch mit hochwertigen DVB-T-Modulatoren, im Grunde mit einem sehr kleinen Fernsehsender zu tun hat. Das ist im Prinzip auch bei großen TV-Sendeanlagen dasselbe. Bei ihnen wird die hohe Sendeleistung auch nur durch nachgeschaltete Verstärker erreicht.
Fazit
Es stellt sich die Frage, wie viel man von einem recht günstigen HDMI-Modulator wie diesem, erwarten darf. Nicht viel. Zumindest ist das Preis-Leistungsverhältnis OK und unter diesen Voraussetzungen ist auch die Bildqualität noch befriedigend bis genügend.
Der besondere Reiz an dem HDMI-Modulator liegt, dass man mit seiner Hilfe moderne digitale Zuspieler, wie einem Sat-Receiver, Blu ray-Player oder auch der PC, für TVs aus der Fernsehsteinzeit nutzen und sie so zu neuem Leben erwecken kann. Dabei geht es vielmehr darum, zu kontrollieren, ob der vielleicht über 60 Jahre alte Kasten noch oder nach einer Reparatur, wieder läuft. Abgesehen davon wird man ohnehin kaum auf die Idee kommen, einen aktuellen Kinoknüller über einen betagten Fernseher in Schwarzweiß und gemessen an den heute üblichen Riesenbildschirmen, über eine recht kleine Bildröhre anzusehen.
Am Ende ist beim Kauf eines Modulators darauf zu achten, ob dieser ein analoges oder digitales Signal ausgibt und die gesteckten Erwartungen erfüllt.
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