Verschlüsselung bei DVB-T kommt

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Verschlüsselung bei DVB-T kommt – Seite 2

Wann kommt DVB-T2? Frei oder verschlüsselt?

Zu erwartende Kosten

Die zu erwartenden Anschaffungskosten für DVB-T2-taugliches Equipment werden sich in Grenzen halten. DVB-T2-Receiver waren im Januar 2012 in Großbritannien bereits ab rund 55 Euro im Handel. Der erste auch bei uns erhältliche USB-DVB-T2-Stick schlägt mit etwa 82 Euro zu Buche. Keine Frage, dass diese Preise weiter sinken werden und es so nicht schwerfallen wird, den fast neuen Fernseher um einen DVB-T2-Beistellreceiver zu ergänzen. Bei neuen TV-Geräten darf zudem davon ausgegangen werden, dass integrierte DVB-T2-Tuner nicht zu einem Preisanstieg der Geräte führen werden.

Wann kommt DVB-T2

In diesem Punkt steht für Deutschland noch alles in den Sternen. Wie wir übereinstimmend vom Bayerischen Rundfunk und dem Institut für Rundfunktechnik (IRT) erfahren konnten, ist hier in der nächsten Zeit nichts geplant. Gegenwärtig legen die Rundfunkanstalten ihren Schwerpunkt auf die Analogabschaltung der Satellitenprogramme am 30. April dieses Jahres. Seitens des IRT war zu erfahren, dass es bei den öffentlich-rechtlichen Sendern Deutschlands keine Entscheidung für oder gegen DVB-T2 gibt. Demnach kann man nicht sagen, wann oder ob DVB-T2 in Deutschland überhaupt kommt. Man wird sich also noch weitere Jahre am bereits vorhandenen Empfangsequipment  erfreuen können.

Umstiegsszenario

Nachdem noch keine Entscheidung zur Einführung von DVB-T2 gefällt wurde und diese wohl noch einige Zeit auf sich warten lassen wird, ist noch völlig offen, wie ein Umstiegsszenario von DVB-T auf -T2 aussehen kann. Der Idealfall wäre ein Simultanbetrieb, bei dem das alte DVB-T und das neue DVB-T2 eine Zeit lang parallel laufen.
 
Dies würde den Zuschauern die nötige Zeit geben, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. Ein Simultanbetrieb hat nur einige Nachteile: Er verursacht hohe Kosten, da die Programme zweifach ausgestrahlt werden müssen. Ob sich die Sendeanstalten dies angesichts ihrer teils angespannten Finanzierungslage leisten können, steht auf einem anderen Blatt. Für einen Parallelbetrieb sind darüber hinaus freie Frequenzen notwendig. Diese würden nicht mehr überall in Deutschland im benötigten Maß zur Verfügung stehen. In Ballungsräumen wie Berlin, in denen neben den öffentlich-rechtlichen auch private Sender on air sind, wird ein Simultanbetrieb kaum oder nur eingeschränkt durchzuführen sein.

 
Die besten Karten sollte man überall dort haben, wo bislang nur die drei Pakete von ARD und ZDF ausgestrahlt werden, denn hier könnte man auf die für Privatsender reservierten Übertragungskapazitäten zurückgreifen. Der Extremfall für alle DVB-T-Zuschauer wäre ein harter Umstieg. Dabei würden die DVB-T-Sender zu einem bestimmten Termin ab- und unmittelbar darauf auf den von ihnen genutzten Frequenzen neue DVB-T2-Sender aufgeschaltet werden.
 
Dies bedeutet natürlich auch, dass das gesamte DVB-T-Equipment über Nacht wertlos würde und sich alle Betroffenen auf diesen einen Termin entsprechend vorbereiten müssten. Wer sich nicht rechtzeitig eine T2-Box zugelegt hat, sitzt dann vor einer schwarzen Mattscheibe. Sendeanstalten sind sich im Klaren, dass ein harter Umstieg viele DVB-T-Zuschauer stark verärgern würde und diese für das digitale Antennenfernsehen verloren gingen. Das IRT hat sich übrigens bereits umfassend auf die Einführung von DVB-T2 vorbereitet und unter anderem alle erdenklichen Umstiegsszenarien erarbeitet. Damit steht es Gewehr bei Fuß und weiß bereits heute, worauf es bei der Einführung von DVB-T2 ankommt.

Frei oder verschlüsselt?

2011 geisterte durch Insider-Kreise das Gerücht, dass DVB-T2 in Deutschland 2013 kommen solle, und zwar in der Super-GAU-Variante mit hartem Umstieg und Grundverschlüsselung. Dass dies das Todesurteil des terrestrischen Fernsehens in Deutschland bedeuten würde, hat man inzwischen auch bei den Rundfunkanstalten erkannt. Inzwischen wird eine Verschlüsselung der öffentlich-rechtlichen Programme definitiv ausgeschlossen.
 
Das IRT gibt allerdings die Einstellung der deutschen Privatsender zu DVB-T2 zu bedenken – in diesem Punkt ist alles offen. Inzwischen weiß man, dass die Privaten mit dem bisherigen DVB-T nicht nur Freude haben. Ihr Ausstieg aus dem digitalen Antennenfernsehen in der Norm T2 ist ebenso vorstellbar wie eine Codierung ihrer Programme. Diese könnten dann, ähnlich wie HD Plus, an den TV-Zuschauer gebracht werden. Es ist denkbar, dass zumindest ein Teil künftiger DVB-T2-Kanäle verschlüsselt ausgestrahlt wird. Davon hängt letztlich auch ab, welches Empfangsequipment man künftig für DVB-T2 benötigt.

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