Nintendo hat seine TV-Pläne für Europa aufgegeben. Der hauseigene TV-Dienst TVii, der in Japan und den USA bereits seit 2012 verfügbar ist, soll hierzulande nun doch nicht angeboten werden.
Die Videospielegigant Nintendo hat seine lange gehegten TV-Pläne für den europäischen Markt nun endgültig aufgegeben. Der Dienst TVii ist in Japan und den USA bereits seit 2012 für Nintendos aktuelle Spielekonsole Wii U verfügbar. Mit TVii ist es möglich, verschiedene lineare und non-lineare TV-Angebote direkt über die Konsole zu konsumieren. Die Inhalte kommen dabei nicht von Nintendo, sondern direkt von den Sendern und Online-Videotheken.
Als Begründung für die Streichung des angedachten Services nannte Nintendo in erster Linie den stark fragmentierten Markt in Europa. Während Japan und die USA über vergleichsweise große homogene Märkte verfügen, müsste der Anbieter in Europa die Lizenzierung von TV-Dienstleistungen je nach Staat neu verhandeln. Außerdem müssten alle Dienste in unterschiedlichen Sprachen lokalisiert werden. Aufwand und Nutzen stehen dabei für den japanischen Konzern offenbar in keinem günstigem Verhältnis.
Immerhin ein kleines Trostpflaster hat Nintendo für seine europäischen Nutzer jedoch parat. So kündigte der Hersteller zumindest die Einführung eines Anime-Channel an, über den User per Webstream aktuelle Folgen beliebter Anime-Serien auf ihrem Gerät schauen können. Im Angebot sind dabei unter anderem Serien wie „Pokémon“, „Inazuma Eleven“ und „Kirby“ – also Formate, die sich um beliebte Nintendo-Spiele drehen. Angekündigt wurde der Anime-Channel allerdings nicht für die stationäre Konsole Wii U sondern für den Handheld 3DS. [ps]
Bildquelle:
- Technik_Web_Artikelbild: © Victoria - Fotolia.com