
Sie wollen Ihre Privatsender in HDTV schauen? „Nichts einfacher als das“, suggeriert zumindest häufig die Werbung. Leider ist manches schwarze Schaf unter den Verkäufern im Handel reichlich unmotiviert, um den HD-willigen Kunden zu beraten und ihm HD zu verkaufen, wie Stichproben immer wieder zeigen.
Hochauflösendes Fernsehen gibt es in Deutschland seit 2005. Erste kostenpflichtige HDTV-Programme gab es schon 2006 und 2007. Es lief nicht immer alles glatt bei der Einführung von HDTV. Dennoch gelang der Drahtseilakt, für HDTV-Programme pro Jahr eine Gebühr zu verlangen, während die Standard-Definition-(SD)-Programme kostenfrei bleiben. Nicht jeder in Deutschland nutzt die bezahlten HDTV-Programme, was vielerlei Gründe hat. Oft werden auch im DF-Onlineforum die Aufnahmebarrieren und Vorspulsperren als Grund für Zurückhaltung der Kunden genannt – das ist keineswegs falsch. Aber auch die mangelnde Beratung beim Kauf hat einen Anteil an der Verwirrung beim Kunden.
Waren es anfänglich ausschließlich separate HDTV-Receiver, in die man eine Karte einschieben musste, um auf den HDTV-Flachbildschirmen die TV-Programme der deutschen Privatsender in HDTV zu schauen, beschäftigen wir uns in der Entwicklung fast ein Jahrzehnt später vorwiegend mit HD-Plus-Modulen samt Smartcard, die direkt in den jeweiligen Flachbildschirm eingeschoben werden müssen.
Was aber passiert, wenn der Kunde in einem Elektronikmarkt einen Fernseher neu kauft und darauf hinweist, dass er damit HD-Programme der Privatsender von RTL bis Sat.1 schauen möchte? In den meisten Fällen wird er gar nicht beraten, denn das Wort Verkäufer steht heutzutage allzu oft für Einpacker und Auspacker, obwohl diese gut geschult Empfehlungen abgeben könnten, wenn sie die Zeit dafür hätten. Spricht man diesen geschulten Verkaufsmitarbeiter auf HD-Fernseher an, wird er diesen oder jenen Fernseher mit Triple-Tuner, LED-Technologie und zahlreichen Anschlussmöglichkeiten anpreisen, um ihn an den Kunden zu verkaufen, denn dafür bekommt er bisweilen seine Provision.
Der Kunde marschiert mit dem Auftragszettel freudig zur Kasse und ist sich gewiss, nun einen HD-Fernseher gekauft zu haben. Das stimmt auch, nur ist der Verkäufer der TV-Abteilung nicht auf seinen Wunsch eingegangen, damit die Privatsender in HD zu schauen. In vielen Märkten finden sich die HD-Plus-Module und Smartcards nämlich in der Satellitenzubehörabteilung und da war der Kunde doch gar nicht. Warum sollte er auch? Er wollte einen Fernseher mit deutschen Privatsendern in HDTV erstehen.
Hier ist der nicht sachkundige Kunde im Nachteil und keinesfalls ist er als Kunde König. Vielmehr muss der Kunde beim Verkäufer weitere Informationen und die notwenigen zusätzlichen Produkte beim Verkäufer einfordern. Ein Witz, wo doch jeder meinen könnte, ein Verkäufer in einem Großflächenmarkt möchte immer möglichst viel verkaufen, auch abteilungsübergreifend.
Zugegeben: Nicht jeder will HDTV. Schon wegen der Barrieren beim Aufnehmen oder Spulen nutzen einige Fernsehzuschauer nach wie vor gern SDTV, das es immer noch gibt. Manch einem reicht SD-Qualität oder er will es nur auf einem Zweit- oder Drittgerät nutzen, was auch völlig in Ordnung ist.
Will man allerdings für HDTV-Programme in Deutschland zahlen, sollte man beim Kauf darauf bestehen, auch zum Kauf eines entsprechenden legalen Moduls und dem Erwerb der HD Plus-Karte im Handel direkt beraten zu werden, denn nur so kann man am Ende des Tages die deutschen Privatsender in HDTV auf seinem neuen Flachbildschirm schauen. [red]
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