
Die seit Jahren beschworene Wachablösung der LCD-TVs durch überlegene OLED-Geräte lässt weiter auf sich warten. Zu viele Probleme macht die OLED-Technologie den Herstellern weiterhin und zu teuer sind die Displays. Das Ende der Kooperation von Sony und Panasonic könnte dabei symptomatisch sein für eine Technologie in der Sackgasse.
Quo Vadis OLED-TV? Wieder einmal sollte das Jahr 2013 den großen Durchbruch für die Fernseher mit Displays aus organischen LEDs, den sogenannten OLEDs bringen. Wieder einmal wurde daraus nichts. Zwar haben mit Samsung und LG die ersten Hersteller im September ihre ersten OLED-Geräte KE55S9C beziehungsweise 55EA9809 auch in Deutschland auf den Markt gebracht – doch sind diese bislang nur in sehr geringen Stückzahlen für Preise um die 8000-Euro-Marke erhältlich. Einen Marktdurchbruch werden die Hersteller mit diesen TVs im aktuellen Produkt-Aufgebot daher sicherlich nicht erzielen.
Derzeit ist fraglich, ob ein solcher Durchbruch in der nahen Zukunft überhaupt zu erreichen ist. Trotz jahrelanger Entwicklung krankt die OLED-Technik noch immer an den bekannten Kinderkrankheiten. So weisen die großflächigen Displays nach wie vor deutliche Verfärbungen auf, wenn man seitlich auf diese Blickt. Auch die begrenzte Lebensdauer bereitet den Herstellern nach wie vor Probleme. So „sterben“ die organischen Leuchtdioden früher, je stärker diese belastet werden. Hier müssen in der Regel Kompromisse bei der Bildhelligkeit gemacht werden. Ein drittes Problem ist schließlich die hohe Wärmeentwicklung der Displays.
Dafür, dass die Probleme nach wie vor nicht gelöst sind, spricht auch die Beendigung der OLED-Kooperation von Sony und Panasonic nach gerade einmal eineinhalb Jahren. Als Begründung brachten die Hersteller hervor, dass die grundlegenden Probleme der zu geringen Lebensdauer und der hohen Produktionskosten nach wie vor nicht gelöst werden konnten. Dabei hatten beide Hersteller auf ein neues Fertigungsverfahren gesetzt, bei dem die OLEDs lediglich auf die Displays gedruckt werden und welches dadurch eine kostengünstigere Fertigung versprach. Auch bei Samsung und LG scheint man neue Wege zu gehen. Waren es auf der CES (Consumer Electronics Show) 2013 noch gebogene OLED-Fernseher, die für Aufsehen sorgten, so sollen im kommenden Januar von beiden Herstellern gebogene LED-LCD-TVs vorgestellt werden.
Dass OLED-Fernseher in den kommenden Jahren die langsam vom Markt verschwindenden Plasma-TVs oder gar die LCD-Geräte nach und nach vom Markt verdrängen werden, erscheint derzeit ziemlich unwahrscheinlich. Eine in dieser Woche veröffentlichte Marktprognose von NPD DisplaySearch scheint dies zu untermauern. Demnach werden zwar die Plasma-Geräte bis 2017 weitgehend vom Markt verschwinden, jedoch werden OLED-TVs im Vergleich zu LCD-Geräten auch dann nur einen sehr geringen Marktanteil haben.
Mehr als 250 Millionen verkauften LCD-Geräten sollen 2017 allenfalls ein paar Millionen verkaufte OLED-Fernseher gegenüberstehen. Die weltweite Dominanz der LCD-Technlogie wird nach dem Verschwinden der Plasma-Geräte und der letzten Röhrenfernseher in den kommenden Jahren eher noch anwachsen. Ob es den OLED-Fernsehern längerfristig gelingt, aus dem Schatten der LCD-Geräte zu springen, wird sich zeigen müssen. Den Plasma-Fernsehern gelang dies in vielen Jahren der Koexistenz nie. [ps]
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