Der Satellitenbetreiber SES Astra hat bis Ende 2010 mehr als 1,5 Millionen Smartcards für die Plattform HD Plus an die Gerätehersteller ausgeliefert.
Außerdem seien mehr als 400 000 Set-Top-Boxen für den HD-Plus-Empfang im Handel abgesetzt worden. Hinzu kämen 100 000 Common-Interface-Module für die Nachrüstung älterer Receiver. Das gab der Mutterkonzern SES am Freitagvormittag bei Vorlage seiner Jahresbilanz in Luxemburg bekannt. Zu den Verlängerungsquoten für HD-Plus-Smartcards, bei denen nach einjähriger Gratisfreischaltung eine jährliche Gebühr von 50 Euro anfällt, schwieg sich der Konzern aus.
Der mit HD Plus erzielte Umsatz bewegte sich unterdessen auf überschaubarem Niveau. SES verwies für das Geschäftsjahr 2010 auf Einnahmen in Höhe von 16 Millionen Euro. Am dem laufenden Jahr werde man den Geschäftsbereich aufgrund der jährlich erhobenen Gebühren für die Nutzung der Plattform in der Sparte „recurrent“ verbuchen.
Aktuell ermöglicht HD Plus den Empfang von acht hochauflösenden Programmen der privaten Sendergruppen Pro Sieben Sat 1, RTL und Sport 1. Die Nutzung ist über HD-Plus-zertifizierte Receiver möglich. Außerdem erlauben sogenannte Legacy-CAMs in Verbindung mit einem vom Hersteller bereitgestellten Firmware-Update den Empfang auf ausgewählten Boxen mit CI-Schnittstelle. Für aktuelle TV-Geräte mit CI-Plus-Schnittstelle steht ebenfalls ein Modul bereit, das allerdings nach derzeitigem Stand keine Aufnahmen zulässt.
Generell stehen die von den Sendern vorgeschriebenen Restriktionen bei HD Plus bei den Zuschauern in der Kritik. Dazu gehört insbesondere das Sperren des schnellen Vorlaufs, um das Überspulen von Werbepausen zu verhindern. Auch die damit verbundenen Notwendigkeit, Aufnahmen immer wieder von Beginn an in Echtzeit abzuspielen, sorgt bei Nutzern für Verdruss. RTL und Pro Sieben Sat 1 hatten zuletzt zuschauerfreundliche Optimierungen in Aussicht gestellt, diese bislang aber nicht umgesetzt. [ar]
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