Der ORF hat offenbar ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2010 gehabt. Wie österreichische Medien vermuten, könnte die öffentlich-rechtliche Anstalt im vergangenen Jahr erstmals wieder Gewinne geschrieben haben.
Nach – bisher vom ORF nicht bestätigten – Informationen der Tageszeitung „Der Standard“ vom Montag, soll das Konzernergebnis 2010 die 20-Millionen-Euro-Marke erreicht haben. Einige Insider rechnen gar mit einem Gewinn von 25 Millionen. Damit, so vermutet das Blatt, könnte auch der ORF als Einzelunternehmen ohne Töchter aus der Verlustzone kommen.
Das ist seit geraumer Zeit die Forderung der Stiftungsräte. Schon nach den ersten drei Quartalen 2010 hatte der ORF 10,9 Millionen Euro Gewinn erwartet. Durch die im November und Dezember heftig angezogene Werbung und Einsparmaßnahmen dürfte der Gewinn deutlich zweistellig ausfallen, vermutet der „Standard“.
Im Jahre 2009 machte die Rundfunkanstalt noch 44,5 Millionen Euro Miese. Im Jahr darauf erhielt der ORF die ersten 50 Millionen von insgesamt 100 Millionen Euro extra vom österreichischen Staat, um Orchester und Filmförderung zu behalten, mehr Programm barrierefrei anbieten und strukturell sparen zu können. Durch die Finanzspritze kommt der ORF rein rechnerisch auf 5,5 Millionen Euro Plus.
Diese Zahlen sind auch in Anbetracht der am Dienstag stattfindenden Betriebsratswahl bedeutend. „Die Zahlen sind in Ordnung“, ließ ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz am Freitag durchblicken. „Sehr gut läuft alles“, sagte Wrabetz der österreichischen Presseagentur APA, und ließ gleichzeitig Ambitionen auf Wiederwahl am 9. August anklingen. [js]
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