
Köln – Der Vox-Geschäftsführer Frank Hoffmann hat ZDF Neo beim Medienforum NRW als „medienpolitischen Sündenfall“ bezeichnet und die Ausrichtung des Senders kritisiert.
„Geld verdirbt den Charakter und das Programm“, klagte der Vox-Chef auf dem Medienforum. „Es ist frech, was sich die Öffentlich-Rechtlichen vom Gebührengeld erlauben“, so Hoffmann. Die rund 7,5 Milliarden Euro Rundfunkgebühren für ARD und ZDF führten nicht dazu, dass die Sender ihre Zuschauerzahl steigern könnten, erklärte er. Vielmehr würden sie jetzt auch noch die kommerziellen Sender kopieren.
Von Kopieren könne keine Rede sein, konterte Norbert Himmler, der als Geschäftsführer für ZDF Neo zuständig ist. Der Sender sei mitnichten ein Abbild von Vox: „Wir veranstalten ein zielgruppenorientiertes Spartenprogramm.“ Auch der Privatsender-Verband VPRT hatte das Sendekonzept von ZDF Neo wiederholt kritisiert (DIGITAL FERNSEHEN berichtete).
Marcus Ammon, Vice President Film bei Sky Deutschland, übte ebenfalls Kritik an ARD und ZDF: „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland alimentiert sich selbst durch Rundfunkgebühren“, so Ammon. Damit decke das öffentlich-rechtliche Fernsehen jene Nischen ab, die eigentlich den privatwirtschaftlichen Anbietern vorbehalten sein sollten. Der Bezahlsender wolle die Herausforderung aber annehmen, betonte Ammon und kündigte für Sky mehr Eigenproduktionen an (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). [cg]
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