
Berlin – Der Präsident des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), Jürgen Doetz, hat die Finanzpolitik der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten kritisiert.
Doetz sagte derTageszeitung „Die Welt“: „Einen so verantwortungslosen Umgang mit Gebührengeldern kann sich die Politik nicht länger bieten lassen.“ Notfalls müsse man ARD und ZDF eben zum Sparen zwingen.
Der jüngste Zwischenbericht der KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) habe eine besondere Brisanz bekommen, nachdem ARD und ZDF wegen zurückgehender Gebühreneinnahmen vor einem Budgetrisiko von 310 Millionen Euro gewarnt hatten. „Daraufhin hat die KEF cool festgestellt, dass sie dieses Risiko aufgrund erheblicher Einsparpotenziale nicht sehe, Punkt“, so Doetz.
„Wenn man dann noch liest, wie konsequent sich ARD und ZDF den von der KEF vorgeschlagenen Sparmaßnahmen entziehen, muss es den Gebührenzahlern die Zornesröte ins Gesicht treiben“, so der Verbandschef des privaten Rundfunks.
Doetz rechnet fest mit einer Abschaffung der Werbung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. „Es spricht viel dafür, dass es ab 2013 so kommt – wenn man den Ankündigungen der Politik traut“, sagt er der Zeitung. Selbst die Intendanten schienen sich damit inzwischen mehr oder weniger abzufinden. [mw]
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