
Deloitte legt Abschlussbericht zur fehlerhaften Berichterstattung des RBB über den Politiker Stefan Gelbhaar vor.
Einen 96-seitigen Abschlussbericht rund um die fehlerhafte RBB-Berichterstattung über Politiker Stefan Gelbhaar hat der Experte der Firma Deloitte, Frank Marzluf, und der ehemalige Leiter des Investigativ-Ressorts des NDR, Stephan Wels, vor wenigen Tagen vorgelegt. Eine sechsseitige Zusammenfassung dessen hat der RBB jetzt am Donnerstag veröffentlicht – inklusive Empfehlungen für Veränderungen und schon getroffene Maßnahmen. Im Zentrum der journalistischen Qualitätssicherung stehe derzeit die Überarbeitung bestehender redaktioneller Regelwerke; darunter Vorgaben zur Programmverantwortung, zu redaktionellen Abnahmen und Rollenbeschreibungen in den Redaktionen, heißt es seitens des RBB.
RBB will Leitlinien überarbeiten – Reaktion auf Fehler bei der Gelbhaar-Recherche
Um die Anwendung der geltenden journalistischen Standards zu sichern, „überarbeitet der rbb bereits vorhandene Leitlinien – etwa zum Umgang mit Quellen – und entwickelt Formate, um diese noch besser in den journalistischen Arbeitsalltag zu implementieren“, erklärt der Sender. Ergänzend sollen verbindliche Schulungen insbesondere zu den Anforderungen der Verdachtsberichterstattung eingeführt werden. Auch die redaktionellen Abläufe in der Chefredaktion würden überarbeitet. Eng einzubinden in diese Prozesse seien der Bereich Qualitätsmanagement sowie der Redaktionsausschuss.
RBB-Intendantin Ulrike Demmer behauptet nun: „Der RBB hat für unabhängige Aufklärung gesorgt und es gab Konsequenzen. Nach Vorlage des detaillierten Berichts haben wir nun ein Maßnahmenpaket geschnürt, mit dem die Glaubwürdigkeit der verlässlichen und unabhängigen Berichterstattung des rbb wieder hergestellt werden kann. Wir haben die Fehler genutzt, um unsere Verantwortungskultur zu stärken und sicherzustellen, dass die hohen Standards, die der RBB hat, dauerhaft angewendet werden.“ Der RBB hatte zuvor über Gelbhaar berichtet, war dabei aber auf eine Täuschung hereingefallen.
Als Konsequenz aus der fehlerhaften Berichterstattung gab es beim RBB auch schon personelle Veränderungen.
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