
Hamburg – Die medienpolitische Interessenvertretung unabhängiger TV-Sender, Prodigital TV, fordert Unterstützung auf EU-Ebene.
Mit einer Rekordbeteiligung startete das erste Medienfrühstück von Prodigital TV in das Jahr 2009. Im Januar nahmen in Köln über 20 Programmveranstalter an dem Meinungsaustausch teil. „Diese große Akzeptanz bestätigt uns, dass sich Prodigital TV als schlagkräftige Interessenvertretung unabhängiger TV-Anbieter etablierenkonnte“ sagt Dr. Carl A. Claussen, geschäftsführender Gesellschafter von Tier.TV und Vorstandsvorsitzender von Prodigital TV.
Vorgestellt wurde u.a. ein System, mit dem aus einem großen Pool von Konsumenten zielgenau Erhebungen über die Nutzung von Zielgruppensendern vorgenommen werden können.
Mit diesem System können nicht nur quantitative Zahlen erhoben, sondern auch Aussagen zur Qualität der Programme gewonnen werden. Damit erhalten Programmanbieter ein Datenmaterial, mit dem bei der Vermarktung der Werbezeiten fundiert gearbeitet werden kann, heißt es in einer Pressemitteilung der Interessenvertretung.
Stärkeren Einfluss der Politik auf die Herstellung fairer und geordneter Wettbewerbsverhältnisse forderte Prodigital TV in einem Gespräch mit Vertretern der Staatskanzlei NRW in Düsseldorf und auf einem Treffen mit medienpolitischen Vertretern auf EU-Ebene in Brüssel.
Dort erörterten Vertreter von Prodigital TV mit Kabinettschef Dr. Rudolf Strohmeier und der medienpolitischen Sprecherin der EU, Ruth Hironymi die Frage der Gleichstellung unabhängiger Fernsehanbieter mit Senderfamilien und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.
Neben dem weiterhin brennenden und bei der EU sehr kritisch gesehenen Thema der schleppenden Digitalisierung ging es um die Auswirkungen neuer öffentlich-rechtlicher Angebote auf die Entwicklungschancen der Zielgruppensender und um die überwältigende Dominanz der großen Vermarkter bei der Werbezeitenvermarktung.
Dieses Thema, sowie der Sachverhalt um die vom Kartellamt geahndeten Gesetzesverstöße der Werbezeitenvermarkter fanden großes Interesse bei den medienpolitischen Vertretern auf EU-Ebene. „Dass Regulierung und Politik in Deutschland zu diesem System der Marktverzerrung schweigen, lässt einen nur staunen“, so der Hamburger Rechtsanwalt Kai Flatau, Geschäftsführer von Prodigital TV.
Das nächste Treffen von Prodigital TV findet am 5. März 2009 in Berlin statt. [mg]
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