
München – Nachdem im vergangenen Jahr das Sportprogramm beim Sky-Vorgänger Premiere aus Kostengründen zusammengestrichen wurde, will man nun wieder investieren – sogar an Olympia wird gedacht.
Aus Kostengründen reduzierte Premiere sein Sportprogramm seit Frühjahr 2008 weitgehend auf die Kernrechte Fußball Bundesliga, Champions League und Formel 1. Lange Golfübertragungen am Wochenende und ein bisserl Eishockey komplettierten das magere Angebot. Von Boxen, Basketball oder Übertragungen aus Amerika war kaum noch die Rede. Dies soll nun wieder anders werden.
Dies soll sich nun ändern. Sky Deutschland will bis Ende 2010 die Abonnentenzahl von derzeit 2,4 auf bis zu 3,5 Millionen steigern. Wie in England und Italien soll es der Sport richten. Angesichts der Schuldenlast des Konzerns will Sport-Vorstand Carsten Schmidt jedoch nicht überteuert einkaufen. „Wir schauen uns jedes Recht genau an, prüfen Kosten und Nutzen sehr kritisch. Bei uns wird jeder mögliche Rechteerwerb mit spitzem Stift gerechnet“, sagt er der Süddeutschen Zeitung.
Bei den Box-Rechten könnte Sky günstig zum Zug kommen, denn das ZDF will seinen Vertrag mit dem Hamburger Boxstall Universum nicht verlängern. Erst kürzlich sicherte sich Sky die Fußball-Europa-League. Mit der spanischen und der italienischen Topliga sei man laut SZ in fortgeschrittenen Verhandlungen und auch Tennis ist für Sky wieder ein Thema. Man könne sich vorstellen, von 2010 an die Masters-Series zu übertragen oder den Davis Cup, der momentan noch beim DSF läuft. Die Basketball-Bundesliga (BBL) würde ebenfalls gerne zum alten Partner zurückkehren, denn Sportdigital TV hat nach dem Verlust der Handballrechte Schwierigkeiten.
Jetzt steht auch noch der Erwerb der Rechte an den Olympischen Spielen 2014 und 2016 an. „Wir beteiligen uns an der Ausschreibung“, bestätigte Sky-Sport-Sprecher Ralph Fürther der SZ. Zu den in den Medien kolportierten Geboten – knapp 90 Millionen Euro von ARD und ZDF, mehr als 100 Millionen Euro von Sky – wollte sich Fürther nicht äußern. Das Internationale Olympische Komitee will in den nächsten Wochen entscheiden. Zuschauer ohne Pay-Abo würden aber nicht ganz leer ausgehen: 200 Stunden der Sommerspiele und 100 Stunden der Winterspiele müssen auf frei empfangbaren Kanälen zu sehen sein. [fp]
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