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Der Journalist Hans-Peter Siebenhaar, der in seinem Buch „Die Nimmersatten“ die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten von ARD und ZDF sowie deren Finanzierungsmodell angreift, hält das System grundsätzlich für reformierbar. Um den Rundfunkbeitrag zu senken, müssten jedoch Sender eingestellt und die GEZ als Institution abgeschafft werden.
Der Zeitpunkt war denkbar passend gewählt. Nur wenige Wochen bevor der neue Rundfunkbeitrag ab Januar 2013 für nahezu alle Haushalte in Deutschland verpflichtend wird, veröffentlichte „Handelsblatt“-Journalist Hans-Peter Siebenhaar sein Buch „Die Nimmersatten“, in dem er die Verschwendungssucht von ARD und ZDF anprangert. In einem Interview mit der „Berliner Morgenpost“ bekräftigte Siebenhaar am Montag seine Kritik am leichtfertigen Umgang mit den Gebührengeldern.
So hätten die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten den verantwortlichen Umgang mit den Gebührengeldern längst verlernt. Gegenüber der Zeitung nannte der Autor unter anderem WDR-Intendantin Monica Piel als Beispiel, die 2011 ein erfolgsunabhängiges Gehalt von 319 500 Euro bezogen hätte und damit sehr viel mehr verdienen würde als die Bundeskanzlerin und der Bundespräsident. Das Rundfunksystem hält Siebenhaar grundsätzlich aber durchaus für reformierbar. So will der Autor sein Buch als Anstoß für eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verstanden wissen.
Als zentrale Forderungen, die auch zu einer Senkung der Rundfunkgebühr beitragen könnten, nennt Siebenhaar etwa die Auflösung der Gebühreneinzugszentrale (GEZ), den Stopp der Finanzierung der Landesmedienanstalten über die Rundfunkgebühr, die Einstellung erfolgloser Digitalkanäle und den Verkauf von Produktionsfirmen wie Bavaria Film und Studio Hamburg. Die Umstellung des Rundfunkbeitrages auf ein freiwilliges Modell sei hingegen ein langfristiges Ziel, für das ein breiter gesellschaftlicher Konsens notwendig sei. [ps]
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