
Hamburg – Der TV-Konzern ProSiebenSat.1 bereitet sich angesichts der Werbekrise auf harte Zeiten vor.
Aus dem TV-Konzern heißt es einem Bericht des „Spiegel“ zufolge, nächstes Jahr müssten nach vorläufiger Einschätzung noch einmal gut hundert Millionen Euro eingespart werden.
Zugleich denken die Eigentümer, die Finanzinvestoren KKR und Permira, offenbar über eine Kapitalspritze nach, um den hochverschuldeten Senderverbund zu stützen, sollte der Werbemarkt 2009 weiter einbrechen.
Offiziell heißt es, es gebe keine akuten Pläne für einen solchen Schritt. „Es wäre aber fahrlässig, sich nicht auf Worst-Case-Szenarien vorzubereiten“, heißt es aus dem Kreis der Eigner. ProSiebenSat.1 ist derzeit mit 3,7 Milliarden Euro verschuldet, im September hatte der Konzern bereits gewarnt, er werde 2008 rund hundert Millionen weniger verdienen. Seither schmelzen jedoch wegen der Finanzkrise die Werbeerlöse in der Medienindustrie zusammen.
Im Konzern steht daher nun auch ein langjähriges Tabuthema auf der Agenda: ein Sat 1-Umzug von Berlin in die Zentrale nach München. Einen offiziellen Beschluss gibt es noch nicht, der Vorstand stehe aber schon hinter einem solchen Schritt, heißt es im Konzern. Vor allem die Investoren fürchten jedoch, ein Umzug könnte politischen Ärger geben.
In den kommenden Wochen sollen nun Gespräche mit der Politik geführt werden. Zwar würde der Umzug zunächst Geld kosten – einen zweistelligen Millionenbetrag -, der jedoch als einmaliger Aufwand nicht die entscheidenden Ergebniszahlen belasten würde. Der Konzern erhofft sich auf Dauer Einsparungen – nicht zuletzt, weil ein Teil der Mitarbeiter wohl nicht mitziehen würde. [fp]
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