
München – Als „durchschaubaren Versuch, Luft aus einem brisanten Thema zu nehmen“, hat Premiere-Sportvorstand Carsten Schmidt die Pläne von DFL und Leo Kirch bezeichnet, die journalistische Unabhängigkeit des vorproduzierten Live-Programms über einen Programmbeirat zu garantieren.
„Da nützt dann auch ein Programmbeirat nichts, der einmal im Vierteljahr tagt“, erklärte Schmidt im Interview mit der „Hamburger Abendzeitung“. Dabei verweist Schmidt auf seine Erfahrungen als früherer Sportchef, als kritische Fragen der Premiere-Reporter am Montag von Managern der Bundesligaklubs kritisiert wurden.
„Und jetzt kann man es ja mal offen lassen, was passiert, wenn die Vereine über die DFL zu 49 Prozent an der Produktionsfirma beteiligt sind“, so der Premiere-Vorstand.
Außerdem sei es „unvorstellbar“, dass Premiere allein das hohe finanzielle Risiko tragen und dann keine Kontrolle über Qualität, Kosten und Inhalte des Programms mehr haben soll. „Unsere Marke und unser Selbstverständnis ist, dass wir unabhängig berichten und auch andere Fragen stellen wollen“, so Schmidt abschließend.
Hintergrund der Kritik ist, dass Kirch und die DFL planen, ab der Saison 2009/10 ein komplett vorproduziertes Live-Programm der Bundesligaspieltage samt Kommentar, Reportern und Moderation anzubieten. Ziel ist es, auch Bieter für die Rechte zu animieren, die selbst nicht über das Know-How verfügen, eine eigene Berichterstattung aufzuziehen. Dagegen verwehrt sich Premiere natürlich und beruft sich dabei auf die journalistische Freiheit. [lf]
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