
Leipzig – Die Piraterie in den Medien kostet allein in Deutschland 25 400 Arbeitsplätze. Die verursachten Kosten belaufen sich auf über 400 Millionen Euro.
Laut einer Studie des französischen Unternehmens Tera Consultants verlor die deutsche Kreativindustrie im Jahr 2008 insgesamt 446 Millionen Euro durch Piaterie. Davon entfallen 121 Millionen Euro auf die Musikindustrie. Die Verluste im Bereich Film belaufen sich auf 251 Millionen, im Fernsehen auf 74 Millionen Euro.
Dabei geht es nicht mehr nur um das Brennen und Vertreiben illegaler DVDs. Insbesondere die TV-Sender bekommen die negativen Seiten der steigenden Breitbandversorgung zu spüren, denn in vielen Fällen reicht der Internetanschluss, um sich auf illegalen Websites die aktuelle Folge einer TV-Serie anzuschauen.
Die durch Hacker verursachten Kosten sind noch viel höher. Laut der Studie „Pay-TV Piracy Survey“ der Cable & Broadcasting Association of Asia betrugen sie 2008 1,7 Milliarden US-Dollar. Pay-TV-Anbietersetzen sich bereits seit einiger Zeit mit dem Problem des Cardsharings auseinander. Hierbei werden die wichtigen Informationen aus dem verschlüsselten TV-Signal herausgenommen und über einen Server an angeschlossene Set-Top-Boxen verteilt. So können sich beispielsweise mehrere Haushalte ein einziges Abonnement teilen. Für Cardsharing sind inzwischen auch kommerzielle Angebote im Internet erhältlich.
Für Bezahlsender und Verschlüsselungsanbieter stellt sich in Anbetracht dieser Ausmaße die Frage, wie ein Zugangsberrechtigungssystem (Conditional Access System, oder CAS) gegen Cardsharing abgesichert werden kann. Dabei favorisieren einige Anbieter CAS ohne Smartcards. Über die Vor- und Nachteile solcher CA-Systeme informiert Sie der aktuelle DIGITAL INSIDER. Weitere Informationen finden Sie unter www.digital-insider.de. [mh]
Bildquelle:
- Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com