
Netflix-Chef Reed Hastings hält wenig von der angekündigten Quotenmessung für Video-on-Demand-Dienste. Da mobile Endgeräte davon nicht berücksichtigt würden, seien diese nicht aussagekräftig. Großes Interesse an einer Messung seiner Einschaltquoten dürfte Netflix aber ohnehin nicht haben.
Erst im November hatte das Medienunternehmen Nielsen angekündigt, künftig die Einschaltquoten für Video-on-Demand-Dienste wie Netflix und Amazon Prime Instant Video messen zu wollen. Attraktiv wäre dies vor allem für die Inhalteanbieter, die bislang kaum eine Einschätzung darüber haben, wie oft ihre Filme und Serien über die Abruf-Portale gesehen werden. Dabei wäre dies gerade für Verhandlungen mit Netflix und Co. von Vorteil.
Netflix-Chef Reed Hastings hält von der angekündigten Quotenmessung allerdings reichlich wenig. Auf einem Branchentreffen in Mexiko bezeichnete dieser das Messverfahren, bei dem die Audiospur von Abgerufenen Sendungen auf TV-Geräten analysiert wird, für wenig aussagekräftig. Immerhin würden viele Kunden Netflix auch auf mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets nutzen. Somit sei das Ergebnis bei einer Messung, die nur auf dem Fernseher stattfindet, immer verzerrt.
Dass Hastings dabei ausgerechnet mobile Endgeräte als Argument anführt, kann zumindest ein wenig verwundern. Immerhin gehört der Anbieter zu den wenigen VoD-Diensten, die keine Download-Funktion für Filme und Serien anbieten. Dadurch ist die mobile Nutzbarkeit des Dienstes von vorn herein eingeschränkt. Immerhin bleibt dem Kunden so unterwegs lediglich die Nutzung über Mobilfunk. Aufgrund der begrenzten Datenvolumen der Mobilfunkverträge dürfte dies jedoch schnell zur Frustübung werden. [ps]
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