
München – Der australische Medienmogul Rupert Murdoch pumpt bis zu 340 Millionen Euro frisches Kapital in die deutsche Pay-TV-Plattform Sky.
Wie Sky Deutschland am Montagabend in einer Ad-hoc-Mitteilung ausführte, plant das Unternehmen die Durchführung von Finanzierungsmaßnahmen mit Bruttoerlösen in Höhe von mindestens 340 Millionen Euro. Neben der Ausgabe neuer Aktien sind eine Wandelanleihe und/oder die Bereitstellung eines Gesellschafterdarlehens durch Murdochs Tochterunternehmen News Adelaide Holdings B.V. vorgesehen.
Das Bezugsangebot für die bis zu 269 580 929 neuen Aktien aus genehmigtem Kapital ist für September/Oktober 2010 geplant, teilte Sky mit. News Adelaide Holdings habe sich verpflichtet, die Anteilsscheine im Rahmen einer Privatplatzierung mindestens zu einem Preis von einem Euro, dem aktienrechtlich geforderten Netto-Mindestpreis, zu zeichnen. Damit einher geht eine Aufstockung der Anteile der Murdoch-Tochter bis zum Erreichen der Schwelle von 49,9 Prozent am Grundkapital von Sky Deutschland.
Die genauen Bedingungen und der Umfang der Bezugsrechtsemission sind nach Angaben des Pay-TV-Konzerns „von Marktbedingungen abhängig“ und würden erst kurz vor Beginn der Bezugsfrist festgelegt. Die Royal Bank of Scotland und UniCredit Bank AG koordinieren die Transaktion.
Um den Gesamtbruttoerlös in Höhe von 340 Millionen Euro zu gewährleisten, werden – in Abhängigkeit von den erzielten Erlösen in der Bezugsrechtsemission – entweder eine Wandelanleihe aus bedingtem Kapital mit bis zu 53 916 185 zugrunde liegenden Namensaktien der Gesellschaft an News Adelaide Holdings ausgegeben und/oder ein Gesellschafterdarlehen zur Verfügung gestellt. Die Wandelanleihe und das Gesellschafterdarlehen sollen bis spätestens 31. Januar 2011 zur Verfügung gestellt werden. Die Anleihe soll zwischen 5,50 und 6,50 Prozent pro Jahr verzinst werden, ein mögliches Gesellschafterdarlehen mit zwölf Prozent bei einer Laufzeit bis 31. März 2014.
Die Kreditgeber seien ersucht worden, auf eine Pflichtsondertilgung aus den Erlösen der geplanten Kapitalmaßnahmen zu verzichten und die bestehenden Kreditauflagen unter Berücksichtigung der neuen Investitionen anzupassen, meldete Sky. Dem Unternehmen zufolge liegen Zustimmungen der beiden größten Darlehensgeber bereits vor. Ausstehende Genehmigungen sollen rechtzeitig vor Anlaufen des Investitionsprogramms nachgeholt werden.
News Adelaide Holdings ist eine 100-prozentige indirekte Tochtergesellschaft der News Corporation, die derzeit 45,42 Prozent des Grundkapitals der Sky Deutschland AG hält. [ar]
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