
München – In einer Rede zum 60. Jubiläum der Deutschen Journalistenschule in München hat die Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Trennung zwischen öffentlich-rechtlichen Sendern und Privatmedien gefordert.
„Die Frage, wie sich Internet, Zeitungen, Privatrundfunk und -fernsehen sowie öffentlich-rechtlicher Rundfunk und öffentlich-rechtliches Fernsehen sozusagen miteinander in eine neue Balance bringen lassen, gehört zu den spannendsten Fragen, die es überhaupt gibt“, so die Bundeskanzlerin in München.
Die Kochsendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und das Politische bei RTL gehe ja noch. „Aber bei den Frauenzeitschriften und dem Internetangebot des ZDF gibt es dann manchmal doch schon erhebliche Sorgenfalten“, sagte sie.
„Ganz gefährlich wird es oder würde es werden, wenn man sagte, dass sich die Regionalzeitungen eine eigene Berichterstattung eigentlich nicht mehr leisten könnten und deshalb der permanenten Informationsunterstützung durch das öffentlich-rechtliche Fernsehen bedürften. Das fände ich ein bisschen komisch“.
Dafür seien die Rundfunkgebühren nicht gedacht gewesen. „Wir müssen dabei schon auf eine bestimmte Trennung achten“.
Beispielsweise arbeiten die WAZ-Mediengruppe und der Westdeutsche Rundfunk (WDR) zusammen (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Das WAZ-Nachrichtenportal „Der Westen“ übernahm im März letzten Jahres regionale Radio- und Fernsehbeiträge des WDR. Medienberichten zufolge bezahlt die Mediengruppe weniger als 100 Euro pro Video, als wenn sie die Beiträge selbst produzieren würde. [ar]
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