
Ginge es nach den Privatsendern, wäre dieses Gesetz schon längst durch: Die EU-Kommission spielt mit dem Gedanken, nach 20.15 Uhr mehr Werbung zu erlauben.
Und das kommt gerade recht: Zuletzt hatten die Konzerne hinter ProSieben, Sat.1 und RTL nämlich mit starken Einbrüchen von Werbeeinnahmen zu kämpfen, was sich auch auf die Aktien auswirkte.
So richtig interessant wird es im Fernsehen ja meistens erst nach 20.15 Uhr. Entsprechend wertvoll sind dort die Werbeminuten. Nach aktuellem Kenntnisstand soll den Privatsendern von der EU-Kommission erlaubt werden, das Programm alle 20 Minuten von Werbung unterbrechen zu dürfen.
Zudem soll die noch geltende Deckelung von maximal zwölf Werbeminuten pro Stunde angehoben werden. Realität könnten diese Pläne schon nächstes Jahr werden, in Deutschland rechnet man mit einer Umsetzung 2019.
„Mit der angedachten Werbeliberalisierung geht die EU einen wichtigen Schritt in Richtung einer konvergenten Medienregulierung, die die europäische Medienindustrie im internationalen Wettbewerb stärken wird. Die Richtlinie wird voraussichtlich 2019 in deutsches Recht umgesetzt“, wie eine RTL-Sprecherin es gegenüber dem Branchenmagazin Meedia formuliert.
Zwar lassen sich schon jetzt die Euro-Zeichen in den Augen der RTL-Chefs erahnen, den Zuschauer wolle man jedoch nicht verprellen, heißt es von offizieller Seite. Man freue sich über die besseren Möglichkeiten, teurere Produktionen zu refinanzieren, doch würde man die Erhöhung der Werbefrequenz mit Augenmaß vornehmen.
Und das sollten sie auch, schon jetzt laufen ihnen werbefreie On-Demand-Dienste wie Netflix und Amazon Video den Rang und vor allem Zuschauer ab.
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