
Leipzig – Das interaktive Fernsehen wird sich nach Ansicht von Medienwissenschaftlern nur über packende Inhalte durchsetzen können. Untersuchungen hätten gezeigt, dass es schwierig ist, Menschen für interaktives TV zu begeistern.
Laut einer Expertenrunde der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) anlässlich des Medientreffpunkts Mitteldeutschland wird sich interaktives Fernsehen nicht ohne Weiteres durchsetzen können. Herkömmliche Verhaltensmuster würden stärker wirken als gedacht, sagte Medienwissenschaftler Gunther Kreuzberger von der TU Ilmenau.
Untersuchungen der letzten Jahre hätten gezeigt, dass es sehr schwierig ist, einen typischen Fernsehnutzer für interaktives Fernsehen zu begeistern. „Einen Couchpotato zu aktivieren klappt nicht so einfach“, so Kreuzberger laut einer Mitteilung des Medientreffpunkts. Das Wichtigste sei, den Mehrwert von interaktivem Fernsehen deutlich zu machen. Daran habe es bisher aber gefehlt. Und so könne sich interaktives TV nicht durchsetzen.
Nach Ansicht des Medienrechtlers Wolfgang Schulz vom Hans-Bredow-Institut gibt es gar kein interaktives Fernsehen: Entweder schaue man fern, oder man interagiere. „Es gibt sozusagen nur entweder oder“, so der Medienrechtler.
Derzeit läuft in Gera ein Pilotprojekt. Dabei können sich nach Angaben der TLM 50 Familien per Fernbedienung an einem Schatzsuche-Spiel beteiligen (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). [cg]
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