
Berlin – Die ARD ist wegen ihres Gratis-Angebotes für das i-Phone in die Kritik geraten. Nachdem die Privatwirtschaft Wettbewerbsverzerrung beklagt, meldet sich nun auch die Politik zu Wort.
Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sagte:“Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte mit Gratisangeboten für das iPhone nicht unnötig neue Geschäftsmodelle der privaten Anbieter gefährden.“ Es sei verwunderlich, dass die gebührenfinanzierte ARD-Anstalt ihr Gratis-Modell vorgestellt habe, kurz nachdem einige Verlage ein Bezahlmodell eingeführt hätten.
Die ARD will ihr Format „Tagesschau“ gratis als „Applet“ – kurz „App“ – für Nutzer von Smartphones anbieten. Auch private Anbieter, wie „Bild“ oder „Welt kompakt“ stellen Apps zur Verfügung. Diese sind allerdings kostenpflichtig.
Schon zuvor hatte der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger in einem Brief an Neumann gefordert, die ARD müsse sich auf ihren Auftrag zur Grundversorgung beschränken. Das Gratis-Angebot schade privaten Anbietern, kritisierten die Verleger.
Neumann zeigte Verständnis für die Kritiker. Während private Medienunternehmen „zum Teil ums Überleben kämpften“, dürfe der öffentlich-rechtliche Rundfunk deren Lage nicht noch verschärfen, teilte der Kulturstaatssekretär in einer Pressemitteilung mit.
Nichts von der Kritik hält dagegen ARD-Aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke. In seinem Blog schreibt er, dass es bereits viele Gratis-Apps von privaten und öffentlich-rechtlichen Anbietern gebe. Zudem sollen nur die bereits vorhandenen Inhalte der Nachrichtensendungen und von „tagesschau.de“ angeboten werden. Es werde auch kein zusätzliches Geld ausgegeben. „Aber nochmals: kein zusätzlicher Aufwand, keine zusätzlichen Gebühren. Alles andere ist frei erfunden“, so Gniffke. Das Angebot sei kostenlos, da es ja bereits über die GEZ-Gebühren finanziert sei. Das App soll noch im ersten Quartal 2010 angeboten werden.
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