
Unterföhring – Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber, Kabel Deutschland (KDG) will an die Börse gehen.
„Börsenfähig, denke ich, sind wir“, sagte der KDG-Chef Adrian von Hammerstein gestern auf der Jahrespressekonferenz des Kabelanbieters. Für wann das Unternehmen jedoch den Börsengang plant, sagte Hammerstein nicht, berichtet die „Financial Times Deutschland“. „Das hängt von der Entwicklung der Kapitalmärkte ab“, sagte er.
Allerdings sei das Umfeld für Neuemissionen derzeit nicht günstig. Zudem seien die Bewertungen von vergleichbaren Kabelfirmen, die in den USA notiert sind aus Sicht des Kabel-Deutschland-Eigners Providence Equity Partners momentan nicht lukrativ.
Kabel Deutschland hatte gestern bekannt gegeben, sein Kabelnetz vollständig digitalisiert und für HDTV modernisiert zu haben (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Gleichzeitig will der Anbieter sein analoges TV-Angebot noch über Jahre beibehalten (DF berichtete).
Vor allem bei Internet- und Telefonprodukten erzielte die KDG eigenen Angaben zufolge hohe Zuwächse (DF berichtete ebenfalls). Das bereinigte EBITDA (Ertrag vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) verzeichnete einen Wert von 570,7 Millionen Euro (Vorjahr: 457,8 Millionen Euro; plus 24,7 Prozent).
Das Netto-Ergebnis wurde jedoch durch die mit dem Erwerb von Kabelnetzen von Orion Cable verbundenen Finanzierungskosten und ordentlichen Abschreibungen sowie durch Restrukturierungsrückstellungen negativ beeinflusst und belief sich auf minus 72,0 Millionen Euro (Vorjahr: 33,8 Millionen Euro). [ar]
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