
Dresden – Das Auftreten der Gebührenkontrolleure, die im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks im Sendegebiet unterwegs sind, um Schwarzseher zu ermitteln, kritisiert Heiko Hilker, Medienexperte der Linksfraktion im sächsischen Landtag.
Nach Darstellung des Politikers gibt es immer wieder gibt es „Beschwerden über aggressive Gebührenkontrolleure des MDR“, die im offiziellen Sprachgebrauch Gebührenbeauftragte heißen. „Diese Gebührenkontrolleure werden über Provisionen bezahlt. Sie verdienen umso besser, je mehr Gebühren sie eintreiben. Folglich haben sie nicht nur ein Interesse an neuen Gebührenzahlerinnen und -zahlern, sondern insbesondere an hohen Nachzahlungen“, schreibt Hilker.
Im Jahr 2006 machten die 136 Gebührenbeauftragten 80 939 nicht angemeldete Rundfunkgeräte ausfindig. Daraus erfolgten Nachzahlungen in Höhe von 10,7 Mio. Euro, wovon 4,23 Mio. Euro als Provisionen an die Gebührenbeauftragten ausgezahlt wurden. Im Jahre 2007 entdeckten die 126 Gebührenbeauftragten 67 028 Empfangsgeräte und sorgten so für Nachzahlungen in Höhe von 8,6 Mio. Euro. Dies ginge u.a. aus den Geschäftsberichten des MDR hervor.
Aus der Sicht des Medienexperten der Linksfraktion sind diese Gebührenbeauftragten neben dem Programm ein Aushängeschild des MDR. „Sie können den Ruf des MDR schnell und einfach zunichte machen. Wer nur möglichst viele Neuanmeldungen finanziell honoriert, braucht sich über die modernen Raubrittermethoden seiner Kontrolleure nicht zu wundern. Damit sie im finanziellen Übereifer nicht immer wieder über das Ziel hinausschießen, sollte es statt der variablen, auf Provisionen beruhenden Vergütung, eine fixe Bezahlung geben. Berechtigte Beschwerden über das Gebaren der Gebührenbeauftragten müssen zudem hohe Abzüge zur Folge haben“, schreibt Hilker.
Es sei daher zwingend notwendig, dass die Gebührenbeauftragten des MDR und der anderen ARD-Anstalten auf einen „Ehrenkodex“ eingeschworen werden, nachdem potenzielle und tatsächliche Gebührenzahler eben nicht wie Verbrecher, sondern wie die Kunden eines Dienstleisters behandelt werden. [mg]
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