RTL-Chefin Anke Schäferkordt möchte mit ihrem neuen Pay-TV-Sender Geo Television vor allem anspruchsvolle TV-Zuschauer für sich gewinnen. Mit dem Programm aus hochkarätigen Dokumentationen möchte sie in eine Marktlücke vorstoßen, die bislang auch im Bezahlfernsehen kaum Beachtung findet.
Am 8. Mai startet die Mediengruppe RTL mit Geo Television ihren vierten Pay-TV-Kanal in Deutschland. Dieser soll sich nicht nur dem Namen nach grundlegend von den bisherigen Bezahlsendern RTL Crime, RTL Living und RTL Passion unterscheiden. Vielmehr setzt die Sendergruppe anstatt auf Unterhaltung bei Geo Television auf hochkarätige Dokumentationen und möchte eine anspruchsvolle Zuschauerklientel erreichen.
Im Interview mit dem Hamburger Medienmagazin „New Business“ erklärte RTL-Chefin Anke Schäferkordt die Idee hinter dem Sender: „Davon versprechen wir uns eine große Strahlwirkung, denn wir stoßen mit den hochwertigen und vielfach preisgekrönten Dokumentationen von Geo TV hierzulande in eine Marktlücke. (mehr zum Programm)“ Schäferkordt hofft dementsprechend, ein Publikum für das Programm begeistern zu können, dass von den bisherigen Sendern der Mediengruppe nur teilweise erreicht wird. „Ich bin mir sicher, dass der neue Sender eine große Resonanz in einer hochkarätigen Zielgruppe erzeugen wird“, so die Geschäftsführerin der deutschen RTL-Gruppe.
Zunächst wird allerdings nur ein kleiner Teil der Zuschauer den Sender zu Gesicht bekommen. Als Verbreitungspartner wurde bislang die Deutsche Telekom mit ihrer IPTV-Plattform Entertain gewonnen. Zuschauer über Satellit und Kabel schauen zunächst in die Röhre. Wann Geo TV auch über andere Verbreitungswege zur Verfügung stehen wird, ist bislang noch nicht bekannt.
Positiv blickt Anke Schäferkordt zumindest schon einmal auf die Entwicklungen am Werbemarkt. „Für eine Prognose für das Gesamtjahr 2014 ist es noch zu früh, aber im Januar und Februar waren wir eigentlich in allen Ländern mit der Entwicklung des Werbegeschäfts unserer Sender ganz zufrieden“, erklärt die RTL-Chefin. Bereits im vierten Quartal 2013 habe man auch in Märkten, die zuvor im Minus gelegen hatten, eine leichte Aufhellung erkennen können. Ob sich daraus allerdings eine generelle Trendwende ableiten lasse, vermochte Schäferkordt noch nicht zu sagen. [ps]
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