Fernsehpiraten schwächen asiatische TV-Industrie

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Hongkong – Die Fernsehpiraterie im asiatisch-pazifischen Raum bringt die Pay-TV Sender dieses Jahr um rund 970 Mio. Dollar.

Wie das Wall Street Journal berichtet, ergab eine Studie im Auftrag der Cable and Satellite Broadcasting Association of Asia (Casbaa)und der CLSA Asia Pacific Markets, dass die Einnahmen der Sender im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent sanken. Die Studie schließt Australien, Japan und China in ihrer Untersuchung nicht mit ein. Die Piraterie äußert sich in Taiwan und Thailand durch traditionelles Anzapfen der Leitungen, während in Indien die Sender durch Aufsplitterung der Fernsehindustrie den Überblick über ihre Zuseher verlieren. Keiler, die den Fernsehzugang direkt an Haushalte verkaufen, melden nur etwa 20 Prozent der tatsächlich verkauften Zugänge.
 
Laut der Studie werden die Sender gezwungen ihre Einnahmen aus Abonnements, denen aus der Werbung anzugleichen. Ein Sprecher der CLSA führt den Rückgang der Einnahmen jedoch nicht allein auf Piraterie, sondern auf firmeninterne Änderungsprozesse zurück. Außerdem geht ein Großteil der Verluste auf das Konto von Schwarzsehern. Es wird geschätzt, dass in Indien 42,5 Mio. Haushalte Kabel- oder Satellitenfernsehen empfangen, während die Privatsender nur auf zehn bis elf Mio. registrierte Abonnenten kommen. Casbaa schätzt die Verluste, die durch Fernsehpiraten und Schwarzseher entstehen, dieses Jahr auf 565 Mio. Dollar.
 
Die Sender üben einerseits Druck auf die Regierungen aus, um gegen diese Art von Kriminalität restriktiver vorzugehen. Den Sendern zufolge werden das Wirtschaftswachstum gedrosselt, Investitionen verhindert und die Kriminalität gefördert. Andererseits wird versucht das Problem technisch zu lösen, indem die Übertragung von analog auf digital umgestellt wird. Dies ist jedoch sehr kostspielig. Die chinesische Regierung will dennoch bis 2015 alle Sender auf digitale Übertragungstechnologie umstellen, sieht aber Schwierigkeiten, Kunden dazu zu bewegen mehr für eine aufgerüstete Set-top-Box zu bezahlen. Vor Piraten gefeit ist aber auch das Digitalsystem nicht. Der malaysische Kabelsender Astro entdeckte dieses Jahr Kopien seiner digitalen Smartcards auf dem Markt und musste das ganze System kostenaufwändig neu aufrüsten. (pte)[lf]

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