
Los Angeles – Die US-Fernsehindustrie sieht sich einem Einbruch bei den Werbeeinnahmen von zwei Milliarden US-Dollar in den kommenden vier Jahren gegenüber, da die Werbenden sich von Sendern und Kabelnetzbetreibern abkehren.
Das berichtet die „Financial Times“ mit Verweis auf den „Global Media Intelligence report“ des Medienforschungsunternehmens Screen Digest. Dieses hatte in ihrem Bericht dargelegt, dass viele TV-Unternehmen und Kabelnetzbetreiber sich mit einer schwindenden Anzahl von Werbeeinnahmen konfrontieren müssten, da junge, technikaffine Zuschauer mittlerweile mehr Zeit mit Web TV als mit regulärem Fernsehen verbringen würden.
Viele junge Zuschauer würden zudem ihre Abonnements für Kabelfernsehen kündigen und es vorziehen, Sendungen online zu verfolgen.
Dennoch werde es den TV-Netzbetreibern gelingen, einige Werbeeinnahmen durch Online-Video-Werbung, welches sich den kommenden Jahren verdreifachen soll, zurückzugewinnen. Jedoch mache der Werbemarkt für Web TV nur 2,2 Prozent aller TV-Werbung aus.
Screen Digest prognostiziert laut der „Financial Times“ einen Rückgang der Werbeeinnahmen bei US-Sendern und Kabelanbietern von 69 Milliarden US-Dollar auf 67 Milliarden US-Dollar bis 2013.
Web TV sei in den vergangenen drei Jahren stark gewachsen, seit der US-amerikanische TV-Sender ABC als erster ganze Episoden online zeigte. Danach folgten auch CBS, NBC und Fox mit eigenen Web-TV-Angeboten.
Zudem betreiben in den USA News Corporation und NBC Universal die kostenlose Video-Webseite Huli. Die Seite ist derzeit zwar nur in den USA verfügbar, aber es gebe bereits Pläne für einen weltweiten Start. Der Wert für Online-TV-Werbung soll in den kommenden Jahren vermehrt zunehmen. Jedoch beinhalten Web-TV-Sendungen meistens fünf bis sechs Werbespots pro Stunde. Beim regulären Fernsehen sind es im Vergleich mehr als 20. [ar]
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