
Berlin – Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisiert die Überlegung von Pro Sieben Sat-1-Chef Thomas Ebeling, für den Empfang der Sender eine Nutzungsgebühr zu erheben.
Diese sei nach Angaben des DJVs „verheerend“ für die Arbeitsplätze im privaten Rundfunk.
„Das Beispiel von Sky hat gezeigt, dass nur wenige Fernsehzuschauer bereit sind, für private Fernsehangebote zu bezahlen“, erklärte Michael Konken, DJV-Bundesvorsitzender. „Die Folge wäre wahrscheinlich ein dramatischer Zuschauerschwund und infolge dessen ein deutlicher Rückgang bei den Werbeeinnahmen“, so Konken weiter. Die seit langem bestehenden Finanzierungsprobleme der Senderfamilie würden so nicht gelöst, sondern verschärft werden.
Der DJV-Vorsitzende fordere Pro Sieben Sat 1 auf, ihre Verantwortung für den Fortbestand der Sender und den Erhalt der Arbeitsplätze endlich Ernst zu nehmen. „Statt weiter an der Kostenschraube zu drehen, muss das Management in die Programmqualität investieren“.
Zum „Handelsblatt“ habe Ebeling am Mittwoch gesagt, das Unternehmen müsse vom Werbemarkt unabhängiger werden. Die Zeitung schrieb, das Unternehmen plane, für bisher frei empfangbare Sender wie Pro Sieben, Sat 1 oder Kabel Eins von den Zuschauern eine Nutzungsgebühr zu verlangen (DF berichtete). [mth]
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