
Berlin – Hubert Burda, Präsident des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), hat das Online-Konzept des ZDF kritisiert. Vor Gericht will er klären lassen, ob die öffentlich-rechtlichen Sender eine „Online-Presse“ betreiben dürfen.
Das in der vergangenen Woche vom ZDF-Fernsehrat beschlossene Online-Konzept (DIGITAL FERNSEHEN berichtete) stößt bei Burda, Verleger von Magazinen wie „Focus“ oder „Bunte“, auf heftige Kritik: „Das ZDF will – nach einem gewissen Zögern – das gesetzliche Verbot sendungsunabhängiger Online-Presse ignorieren“, sagte Burda dem „Tagesspiegel“. „Der Trick besteht in der Behauptung, pressemäßige Artikel im Internet seien nicht einmal presseähnlich“, argumentierte der VDZ-Chef.
Nach dem neuen Telemedienkonzept müssen Sendungen zu Spitzensportereignissen nach 24 Stunden aus dem Netz genommen werden. Internationale Kaufserien wie die beliebte britische Serie „Inspector Barnaby“ dürfen grundsätzlich nicht zum Abruf bereitgestellt werden. Auch Nachrichtensendungen müssen nach einem Jahr aus dem Netz genommen werden. Insgesamt 110 000 Seiten hat das ZDF bereits aus seinen Netz-Angeboten entfernt. Der VDZ-Präsident will sich laut dem Bericht mit diesen Kürzungen nicht zufrieden geben: „Es sind nun die Gerichte aufgerufen, den Anschein legaler Online-Presse bei ARD und ZDF zu beseitigen.“[cg]
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