
München – Warum das TV-Kabel bei der Digitalisierung des Fernsehens das Schlusslicht ist, darüber wird beim BLM-Forum der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) diskutiert.
Auch in Deutschland ist das digitale Fernsehen in immer mehr Wohnzimmern bereits Realität. Doch bedingt durch zahlreiche Gründe hat sich digitales Fernsehen seit dem Start Mitte 1996 bei den Übertragungswegen Satellit, Kabel und Terrestrik unterschiedlich schnell durchgesetzt.
Während terrestrisch die Umstellung auf DVB-T bereits zu 100 Prozent abgeschlossen ist und 70 Prozent der Satellitenhaushalte digitales Fernsehen beziehen, ist es beim TV-Kabel genau umgekehrt: Von den fast 19 Millionen Kabelhaushalten empfangen lediglich 31 Prozent bereits digital. Das BLM-Forum fragt deshalb: Warum ist das TV-Kabel weiterhin Schlusslicht bei der Digitalisierung?
Liegt es nur daran, dass die privaten Free-TV-Sender erst vor gut drei Jahren ihr Einverständnis gaben, digital in die Kabelnetze eingespeist zu werden und das Kabel damit in gewisser Weise zehn Jahre hinter der Satellitenentwicklung hinterher hinkt? Oder sind es ein ganzes Bündel von Gründen, die auch mit der proprietären Receiverpolitik der Netzbetreiber, mit der Frage exklusiver Kundenbeziehungen und nicht zuletzt der Bequemlichkeit der Kabelkunden zu tun haben?
Das BLM-Forum findet unter dem Motto „Fernsehen 2011: Alles digital außer Kabel?“ am 13. Mai 2009 in der BLM in München statt. Das Forum „geht nicht nur diesen Fragen nach, sondern sucht nach konkreten Ansätzen, den fast schon gordischen Knoten der schleppenden Digitalisierung des TV-Kabels zu zerschlagen“, so die BLM.
DF-Mitherausgeber Stefan Hofmeir referiert beim BLM-Forum über die Probleme der Konsumenten bei der Digitalisierung des Kabels. „Eigentlich wollen die Zuschauer nur fernsehen, doch die Kabelnetzbetreiber machen den Wechsel den Haushalten nicht einfach“, so Hofmeir. [ar]
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