
Leipzig – Astra plant anlässlich der internationalen Messe Anga Cable vom 4. bis 6. Mai den Start eines 3-D-Demokanals. Darüber sprach DIGITAL FERNSEHEN sprach mit Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer von Astra Deutschland.
Die Ausstrahlung des 3-D-Demokanals wird über die Position 23,5 Grad Ost erfolgen, die unter anderem für die Zuführung von TV-Sendern ins deutsche Kabelnetz eingesetzt wird. „Ein Software-Update ist für den Empfang von 3-D nicht notwendig, setzt aber voraus, dass der Flachbildschirm manuell von 2-D auf 3-D geschaltet wird“, so Elsäßer.
DIGITAL FERNSEHEN: Herr Elsäßer, welche Inhalte sollen bei dem 3-D-Demokanal gezeigt werden?
Wolfgang Elsäßer: Wir befinden uns gerade in Gesprächen mit Sendern und Rechteninhabern, um ein möglichst attraktives und facettenreiches Programm zusammenzustellen.
DF: Wird der Empfang für alle interessierten Zuschauer möglich sein?
Elsäßer: Der Demokanal ist in erster Linie für den Handel gedacht, ein Empfang ist in der Regel aber mit einem 3-D-Flachbildschirm und einem internen oder externen HDTV-Satelliten-Receiver möglich.
DF: Wird für die Receiver ein Update von Astra erforderlich?
Elsäßer: Ein Software-Update ist für den Empfang von 3-D nicht notwendig, setzt aber voraus, dass der Flachbildschirm manuell von 2-D auf 3-D geschaltet wird.
DF: Astra will sich Medienberichten zufolge für einen 3-D-Standard einsetzen. Welche Anforderungen stellen Sie an den 3-D-Standard?
Elsäßer: Das ist ein Thema für die gesamte Industrie, denn es gibt viele Aspekte, die hier eine Rolle spielen. Die wichtigste kommerzielle Anforderung ist, dass sich in der 3-D-Einführungsphase die vorhandenen HDTV-Empfänger unserer großen Kunden weiterverwenden lassen.
Damit wird eine sogenannte „Frame-compatible“-Übertragung erforderlich. Die Details werden derzeit mit unseren Kunden und der Industrie abgestimmt. Die Signalisierung von 3-D und Untertitel müssen noch im DVB-Konsortium festgelegt werden, dieser Prozess könnte Ende des Jahres abgeschlossen sein.
DF: Die HDTV-Demokanäle liefen über Jahre, bis erste Programme im Regelbetrieb ausgestrahlt wurden. Wie lange schätzen Sie, wird es bei 3-D dauern, bis erste Sender regulär senden?
Elsäßer: BSkyB fängt im April mit dem Regelbetrieb für Sportsbars an, im Herbst soll dann der Start für Abonnenten erfolgen. Es bleibt abzuwarten, wie schnell andere Märkte nachziehen, für die Testausstrahlungen angekündigt wurden oder wie bereits erfolgt sind wie in Deutschland. Die Marktfähigkeit von 3-D-TV hängt insbesondere von der Verfügbarkeit entsprechender Endgeräte ab.
Astra ist jedenfalls bereits heute in der Lage, 3-D-Signale zu übertragen, da an der Konfiguration der Satelliten nichts geändert werden muss. Die Mehrkosten halten sich auch in Grenzen, da die Übertragung von 3-D-TV Signalen nur geringfügig mehr Bandbreite beansprucht als die Übertragung von HDTV. Langfristig könnten aber die erwähnten höheren Auflösungsstandards deutlich mehr Bandbreite erfordern.
DF: Wie schätzen Sie die Wachstumschancen von 3-D-TV ein?
Elsäßer: 3-D bietet mittelfristig sicher großes Potenzial. Experten gehen davon aus, dass in fünf Jahren jeder dritte TV-Haushalt in Europa über ein 3-D-fähiges Fernsehgerät verfügt. Heute ist das aber noch Zukunftsmusik. Für uns stehen zunächst die Digitalisierung und HDTV im Mittelpunkt.
DF: Vielen Dank für das Gespräch. [ar]
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