
Frankfurt – Erneut verteidigt sich die ARD gegen die Forderungen nach einem werbefreien Programm der Öffentlich-rechtlichen. Dabei kritisieren die Werbeverantwortlichen der Sendeanstalt vor allem die Argumente vor ProSiebenSat.1.
„Die Rufer nach einem Werbeverzicht im öffentlich-rechtlichen Rundfunk vergessen völlig die wirtschaftlichen Konsequenzen eines derartigen Szenarios“, so unisono die Geschäftsführer der ARD-Werbung Sales & Services (AS&S) Bernhard Cromm und Achim Rohnke.
Dabei warnen die ARD-Werbeverantwortlichen vor einer weiteren Monopolisierung des Werbemarkts. Dies würde nach Ansicht der ARD zu einer Verteuerung der Werbung führen, was letztendlich die Endverbraucher über höhere Produktpreise auszubaden hätten. Ungefähr 85 Prozent des deutschen Werbemarkts liegen in der Hand von RTL und ProSiebenSat.1. Außerdem steuern die Einnahmen aus Werbung und Sponsoring rund 800 Millionen Euro jährlich zum ARD-Haushalt bei und entlaste damit die Gebührenzahler.
Vor allem die zuletzt von ProSiebenSat.1 vorgebrachten Argumente bezeichnet die Rundfunkanstalt für „sachlich fragwürdig“. Dabei bezieht sich die Kritik auf eine Studie von Seven One Media, die die Werbung bei ARD und ZDF im Hinblick auf die gehobenen Zielgruppen für verzichtbar erklärt hat (DIGITAL FERNSEHEN berichtete).
„Man muss kein Rechenkünstler sein um festzustellen, dass 18 Privatsender in Summe einen höheren Marktanteil erzielen als zwei öffentlich-rechtliche Programme“, werden die AS&S-Geschäftsführer in einer gemeinsamen Stellungnahme zitiert. „Die Auswertungen entlarven sich auf den zweiten Blick als Mittel zum Zweck, dem privaten Vermarkterduopol einen weiteren Marktvorteil zu verschaffen“, so Cromm und Rohnke abschließend. [lf]
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