
Die Intendanten der ARD haben auf ihrer gemeinsamen Sitzung einige Beschlüsse gefasst, die auf eine Verschlankung des Angebots an Sendern, Formaten und Angeboten hindeuten. So sollen die dritten Programme nicht nur eine einheitliche „Sportschau“ bekommen und Angebote der verschiedenen Mediatheken zusammengefasst werden, auch möchte die ARD das Profil ihrer Digitalkanäle schärfen.
Bei der ARD gibt es offenbar ernsthafte Bestrebungen, das Angebot an Sendern, Formaten und sonstigen Angeboten zumindest zum Teil schlanker zu machen und übersichtlicher zu gestalten. Diesen Eindruck vermitteln zumindest die Entscheidungen, die auf der Sitzung der Intendanten vom 26. und 27. November 2012 getroffen wurden. So wurden nicht nur erstmals die Pläne für einen gemeinsamen Jugendkanal mit dem ZDF offiziell geäußert – es soll außerdem auch einer der sechs Digitalkanäle wegfallen, indem EinsPlus mit einem der drei ZDF-Sender ZDF.kultur, ZDF Info oder ZDF neo fusioniert wird. Ein solches Modell würde zumindest schon einmal der Forderung der Politik entgegenkommen, nach der ein neuer öffentlich-rechtlicher Jugendkanal keine zusätzlichen Kosten verursachen soll.
Zudem will die ARD, wie ebenfalls seit längerem von der Politik gefordert, auch das Profil ihrer sonstigen Digitalkanäle schärfen. Dies betrifft vor allem den Sender Einsfestival, der in Zukunft stärker auf die Zielgruppe der 30- bis 49-jährigen Zuschauer zugeschnitten werden soll. Auch der Name des Kanals solle dahingehend verändert werden.
Doch auch in anderen Bereichen scheint man bei der ARD um Verschlankung bemüht. So sollen beispielsweise die Dritten Programme ab der kommenden Saison der Fußball-Bundesliga mit einer neuen „Sportschau“ ein einheitliches Magazin für die Berichterstattung von den Sonntagsspielen bekommen, anstatt wie bisher jeweils ein eigenes Format zu produzieren. Auch bei den Mediatheken soll ein erster Schritt, hin zu mehr Übersichtlichkeit, unternommen werden. Insbesondere die Inhalte für die jüngere Zielgruppe sollen zukünftig in der Rubrik „Junge ARD“ innerhalb der ARD-Mediathek zusammengefasst werden. So müssen Nutzer, die speziell nach diesen Inhalten suchen, nicht mehr zwischen den einzelnen Mediatheken der jeweiligen Landesrundfunkanstalten hin und her wechseln. Federführend bei der Umsetzung dieses Vorhabens soll Radio Bremen sein.
Ob die Beschlüsse der Intendanten-Sitzung Anzeichen eines größer angelegten Bestrebens sind, die zahlreichen Angebote der ARD insgesamt zu verschlanken und übersichtlicher zu gestalten, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Gerade im Hinblick auf die aktuelle Diskussion um den neuen Rundfunkbeitrag ab Januar 2013, und die damit einhergehende Kritik am Gebührenhunger der Öffentlich-Rechtlichen, können die Vorstöße jedoch durchaus als Schritt in die richtige Richtung gewertet werden. Inwiefern sich etwa durch die Produktion einer einheitlichen „Sportschau“ für die dritten Programme ab der Bundesliga-Saison 2013/14 tatsächlich Einsparpotentiale für die ARD ergeben, ist derzeit allerdings noch nicht bekannt. [ps]
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