
Berlin/Bonn – Der Markt für Bezahlfernsehen in Deutschland entwickelt sich laut dem Anga Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber durch die Initiative der deutschen Kabelnetzbetreiber zu einer Erfolgsstory.
„Rund 1,7 Millionen Haushalte haben mit Stand 31. März 2009 eines oder mehrere Pay-TV-Angebote eines Kabelnetzbetreibers abonniert – insgesamt deutlich mehr Abonnenten als Premiere jemals im Kabel verzeichnen konnte“, berichtet der Anga Verband.
Das Kundenwachstum führt Anga Verband auf die Vielfalt des Programmangebots, günstige Preise und transparente, kundenfreundliche Pakete und Konditionen zurück. „Die deutschen Kabelnetzbetreiber haben den lange trostlosen deutschen Pay-TV-Markt erst geöffnet, gestärkt und in Schwung gebracht“, so Verbandspräsident Thomas Braun.
Ausschlaggebend für den Erfolg sei „der kurze Draht zum Kunden, kaufmännische Vernunft und die faire Partnerschaft mit den Sendern“, sagt Braun. Die Programmanbieter würden heute bevorzugt das Kabel als Plattform für den Start neuer digitaler Angebote nutzen. Darunter seien auch Free-TV-Anbieter wie RTL und Pro Sieben Sat 1, „die im Kabel neue Geschäftsmodelle jenseits der Werbefinanzierung erschließen“, findet Braun. Auch internationale Medienkonzerne würden auf deutsche Kabelnetzbetreiber setzen
Kritisch sieht der Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber eigenen Angaben zufolge die Strategie von Sky Deutschland, die Fußball-Bundesliga im Kabel ausschließlich in Verbindung mit dem Progammpaket „Sky Welt“ anzubieten.
„`Sky Welt´ enthält zahlreiche Programme, die bereits in den digitalen Basis-Programmangeboten der Kabelnetzbetreiber enthalten sind. Für Kabelkunden wird der Bezug der Fußball-Bundesliga dadurch um bis zu 17 Euro pro Monat teurer als bisher“, kritisiert der Anga Verband. „Sky wiederholt die Fehler von Premiere, wenn Kabelkunden durch hohe Preise und eine unverständliche Paketpolitik abgeschreckt werden“, findet der Geschäftsführer der Anga, Ralf Heublein.
„Sky nutzt sein Bundesliga-Monopol im Kabel, um den Zuschauer zum Abonnement von Programmen zu zwingen, die er von seinem Kabelnetzbetreiber bereits bezieht oder günstiger bekommen kann. Keine Werbekampagne kann verhindern, dass die Zuschauer diese kontraproduktive Strategie durchschauen. Sie schadet dem Kabel, dem Wettbewerb und treibt letztendlich den Zuschauer nur zu konkurrierenden Plattformen“, sagt Heublein. [ar]
Bildquelle:
- Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com