
Schauspieler, Kabelträger, Kameraleute: Alle Beteiligte an Netflix-Produktionen müssen künftig eine Corona-Schutzimpfung vorweisen können. Damit wagt sich der Streamingdienst weiter vor als die Politik vielerorts.
So distanzieren sich Verantwortliche in der Corona-Politik auch in Deutschland weitestgehend vom Ansatz einer allgemeinen Impfpflicht – stattdessen sind spezifische Zugeständnisse für Geimpfte immer wieder im Gespräch. Nach langen Versorgungsengpässen aufgrund knapper Impfstoffkontingente stocken Impfkampagnen nun teilweise, weil Menschen der Immunisierung skeptisch gegenüberstehen.
Laut übereinstimmenden Medienberichten macht US-Streamingfabrik Netflix nun ernst und zieht eine rote Linie: Wer am Set einer Netflix-Produktion in den Vereingten Staaten beschäftigt ist, muss künftig geimpft sein. Bei laufenden Produktionen soll es allerdings Ausnahmen geben, da bereits verpflichtete Schauspieler in wichtigen Rollen sonst abspringen könnten.
Netflix ist der erste große Medienkonzern, der derartig strenge Maßnahmen bei seinen Produktionen obligatorisch macht. Zuerst sind verpflichtende Impfungen in unterschiedlichen Ländern bereits für Berufsgruppen des Gesundheitswesens verordnet worden. Im Zuge der raschen Ausbreitung der deutlich ansteckenderen Delta-Variante des Corona-Virus kommt es derzeit in den USA erneut zu erhöhten Infektionszahlen, man befindet sich offenbar in der vierten Welle. Durch das Impfgebot möchte Netflix wohl eine Stagnation seiner Drehprojekte verhindern. Seit Pandemiebeginn sind schließlich immer wieder aufwändige Produktionen aufgrund von Beschränkungen und Auflagen verlangsamt – und damit deutlich kostspieliger – geworden.
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