CES 2025: Disney+ mit KI-Werbung im günstigsten Paket?

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Disney+ Logo (blau)

Die TV-Sender in den USA waren für Disney lange eine sichere Geldquelle. Doch das Geschäft schrumpft – nun soll Werbung im Streaming helfen. Dahinter ist das Fernseherlebnis der Zukunft zu erkennen.

Nutzer von Disneys Streaming-Diensten mit dem günstigeren Werbe-Abo sollen künftig personalisierte Anzeigen zu sehen bekommen. Dabei will der Unterhaltungsriese im US-Markt auch auf Künstliche Intelligenz setzen. Und bei Erfolg wird diese Praxis sicherlich auf weitere Märkte ausgedehnt. So sollen Anzeigenkunden mehrere Versionen ihrer Clips bei Disney hochladen können – und bei Live-Übertragungen sucht die KI-Software automatisch das Video aus, dessen Stimmung besser zur aktuellen Entwicklung passt.

Auch Sport bei Disney+ in den USA

Ein Fokus liegt auf den lukrativen Sportübertragungen, bei denen der Anzeigenplatz in den USA besonders teuer ist. In den USA bindet der Konzern inzwischen auch Programm seines Sportsenders ESPN in den Streaming-Dienst Disney+ ein. Heute sähen Zuschauer zum Beispiel bei sportlichen Großevents meist dieselben Werbeclips, sagte Disney-Manager Josh Mattison am Rande der Technik-Messe CES in Las Vegas. Künftig werden Marken bestimmte Zielgruppen adressieren können. Gehen Spitzenspiele in die Verlängerung, sollen Unternehmen in Auktionen um die dadurch neu entstandenen Werbeslot bieten können.

Zuschauer sollen auch die Möglichkeit bekommen, Produkte aus Sendungen direkt aus der App zu kaufen. Außerdem will Disney in den USA unter anderem Sportwetten einbinden. Die Werkzeuge, mit denen Werbekunden die Effizienz ihrer Anzeigen messen können, werden international eingeführt.

Dutzende Millionen Kunden mit Anzeigen-Abos

Disney nennt die Zahl von insgesamt 157 Millionen Zuschauern, die sich mit Werbeanzeigen Programm der drei Streaming-Angebote des Konzerns ansehen. Mehr als zwei Drittel davon sind im Heimatmarkt USA.

Auch der Streaming-Marktführer Netflix will in großem Stil Werbeeinnahmen aus dem klassischen linearen TV anlocken. Netflix kommt nach jüngsten Angaben auf 70 Millionen Nutzer von Abos mit Werbeanzeigen. Ursprünglich setzten die Streamingdienste auf werbefreie Angebote als Kontrast zu klassischem Fernsehen. Doch inzwischen entdeckten sie, wie lukrativ es sein kann, den Kunden günstigere Abos zu verkaufen – und zusätzliches Geld durch Anzeigen zu verdienen.

Text: DPA / Redaktion: FP

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Bildquelle:

  • Disney+ Logo: © Disney
1 Kommentare im Forum
  1. Eigentlich kann man schon an der Intelligenz des Zuschauers zweifeln wenn man sich heutzutage wieder mit Werbung vollpumpen lässt. Es ist noch nicht all zu lange her, da war u.a. die nervige Werbung für viele ausschlaggebend, zu den Streamern zu wechseln.... Leben wir doch bald wieder in Höhlen?
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