
480 Millionen Euro investiert Canal+ in Kino-Produktionen. Im Gegenzug darf der Konzern Filme früher im TV zeigen.
Der französische TV- und Medienkonzern Canal+ hat Investitionen von mindestens 480 Millionen Euro ins Kino-Geschäft bekanntgegeben. Mit dieser beträchtlichen Summe unterstreiche die Gruppe das Engagement für die Förderung vielfältiger Kinoproduktionen, einschließlich Filme mit Budgets unter 4 Millionen Euro, heißt es in einer Mitteilung.
TV-Ausstrahlung schon ein halbes Jahr nach Kino-Start
Mit dem neuen Abkommen hat der Medienkonzern freilich einen Hintergedanken. Es ermöglicht Canal+ künftig die Ausstrahlung von Filmen bereits sechs Monate nach Kinostart. Die Vereinbarung tritt rückwirkend zum 1. Januar 2025 in Kraft und läuft zunächst drei Jahre, mit der Option auf automatische Verlängerung.
Der Deal verschafft Canal+ und seiner Tochter Cine+ OCS eine Vorzugsposition in der französischen Medienchronologie. Dieses System regelt, wann Filme nach dem Kinostart auf anderen Plattformen gezeigt werden dürfen. Durch die frühere Ausstrahlung kann Canal+ sein Angebot für Abonnenten deutlich aufwerten.
Verlängerte Ausstrahlungszeiten in nicht-linearem Fernsehen
Canal+ betont in seiner Mitteilung seine anhaltende Unterstützung für das gesamte Kinospektrum – von Mainstream-Komödien über Genre- und Animationsfilme bis hin zu Autorenwerken. Zudem sehe das Abkommen eine Erhöhung der linearen Filmausstrahlungen und eine Verlängerung der nicht-linearen Ausstrahlungszeiten vor, worüber sich Abonnenten freuen dürften.
Durch den frühzeitigen Zugriff auf Filme großer US-Studios sowie ausgewählte französische und europäische Produktionen will Canal+ die Attraktivität seiner Abonnements sichern. Das Unternehmen unterstreiche damit laut eigenen Angaben seine zentrale Rolle im kreativen Ökosystem und bei der Bewahrung der französischen kulturellen Sonderstellung im Filmbereich.
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