
Nachdem das Konsortium Mobile 3.0 von der DLM die Lizenzempfehlung für den DVB-H-Plattformbetrieb ausgesprochen bekam, wartet viel Arbeit auf Präsident Rolf Gröger: Schließlich soll pünktlich zu Beginn der Fußball-EM auch das mobile Fernsehen an den Start gehen.
Für das DF-Schwestermagazin DIGITAL INSIDER nahm er sich trotzdem die Zeit für ein Interview.
DIGITAL INSIDER: Herr Gröger, seit Mitte Januar steht Mobile 3.0 als Plattformbetreiber für DVB-H fest. Nach den Querelen im Vorfeld muss Ihnen ein Stein vom Herzen gefallen sein, oder?
Rudolf Gröger: Ganz so dramatisch war’s nicht. Wir wussten, dass wir unsere „Hausaufgaben“, die uns die Landesmedienanstalten aufgegeben hatten, gut gemacht haben. Trotzdem ist es natürlich schon sehr wichtig, dann auch tatsächlich und offiziell die Empfehlung der DLM schwarz auf weiß zu bekommen. Denn erst damit können wir jetzt weitere wichtige Verhandlungen fortführen.
DI: Wie sehen nun die nächsten Schritte aus, damit DVB-H auch pünktlich zur Fußball-EM starten kann?
DI: Konnten Sie neben den bereits bekannten Programmen schon weitere TV-Anbieter für eine DVB-H-Ausstrahlung gewinnen?
Gröger: Wir können uns nicht über mangelndes Interesse an DVB-H beklagen. Da wir mit den schon angesprochenen „Hausaufgaben“ in den letzten Wochen wirklich alle Hände voll zu hatten, mussten wir weitere Abschlüsse zunächst zurückstellen. Unser Ziel ist es, ein äußerst attraktives Programmpaket schnüren, das sehr viele Menschen ansprechen wird. Einigungen mit neuen Partnern werden wir nach Vertragsabschluss mitteilen.
DI: Das Basis-Paket für den mobilen TV- und Radioempfang soll zwischen fünf und zehn Euro pro Monat kosten. Ist die Preisgestaltung schon weiter konkretisiert worden?
Gröger: Nein. Den endgültigen Preis für den Kunden legt letztlich der Vertriebspartner fest. Ich bin mir sicher, dass die Kunden ein sehr attraktives Angebot zu einem fairen Preis erhalten werden.
DI: Die DLM hat Sie nicht ganz ohne Vorgaben als Plattformbetreiber empfohlen. Unter anderem sollen Sie Wert auf speziell für mobiles Nutzerverhalten entwickelte Formate legen. Was heißt das ganz konkret?
Gröger: Die DLM hat – meiner Meinung nach übrigens zu Recht – darauf hingewirkt, dass ein neues Medium wie Mobile-TV nicht nur mit altbekannten Inhalten bestückt werden soll. Es ist ja sehr wahrscheinlich, dass die Menschen unterwegs einfach anders fernsehen als zuhause auf der Couch. Natürlich wollen wir das veränderte Nutzungsverhalten verstehen und das Medienangebot für den mobilen Empfang wo nötig optimieren. Das ist sehr spannend, schließlich reden wir von einem ganz neuen Medium! Die DLM und Mobile 3.0 sind sich hier einig.
Wie mögliche Vermarktungsmodelle aussehen könnten und was Rudolf Gröger von den Handyherstellern erwartet, lesen sie in der aktuellen Ausgabe des DIGITAL INSIDER. [cd]
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