
Berlin/Mainz – Nach der Ankündigung des italienischen Senders RAI, künftig auf Zeitlupen zu verzichten, hat sich Deutschlands Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel für einen Verzicht auf Wiederholungen strittiger Szenen bei Fußball-Spielen ausgesprochen. Das ZDF ist dagegen.
„Ich würde es begrüßen, die Zeitlupen ganz entfallen zu lassen. Aber das wird wohl kaum möglich sein“, sagte Herbert Fandel, der Leiter der neuen Schiedsrichter-Kommission des DFB dem „Tagesspiegel“. Der italienische TV-Sender RAI hatte in der vergangenen Woche einen Verzicht auf die Zeitlupen angekündigt (DIGITAL FERNSEHEN berichtete).
„Die Zeitlupe zeigt nicht das, was viele Fernsehanstalten oder Moderatoren glauben. Sie zeigt nicht die Wahrheit“, so Fandel. Die Wiederholung zeige nicht, was wirklich auf dem Platz stattfindet. Nach Ansicht des Schiedsrichter-Chefs bieten Wiederholungen in Zeitlupe lediglich einen Blick von der anderen Seite. „Was ihr fehlt, ist die dritte Dimension – die Tiefe ist nicht da. Der Schiedsrichter hat eine eigene Perspektive und beurteilt daraus die Situation. Deswegen ist die Zeitlupe nicht immer fair“, sagte Fandel der Zeitung und plädierte für den Verzicht auf Zeitlupen.
„Das ist der völlig falsche Weg. Schiedsrichterentscheidungen gehören genauso wie Tore oder Torwartparaden zur Fußballkultur und müssen diskutiert werden“, sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz dem Sender Sport 1. Mit der Zeitlupe wolle man keinen Schiedsrichter vorführen, sondern dem Fan strittige Entscheidungen erklären. [cg]
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