
Der WDR will mit neuen Unterhaltungsformaten jüngere Zuschauer ansprechen. Das soll allerdings nicht heißen, dass der WDR nun zum Jugendsender wird. Man wolle verstärkt die 35- bis 55-Jährigen ansprechen.
Bereits 2011 erarbeitete der WDR-Rundfunkrat eine „Stellungnahme zur Erreichbarkeit der Jugend“, bislang konnte man die Jugend allerdings kaum erreichen. Das Durchschnittsalter des WDR-Zuschauers liegt bei etwa 60 Jahren. Damit geht es dem Westdeutschen Rundfunk wie den meisten öffentlich-rechtlichen Sendern. Mit einer Reihe neuer Unterhaltungsformate versucht der Sender derzeit, auch auf jüngere Zielgruppen zuzugehen.
Das heißt allerdings nicht, dass der WDR nun Fernsehen für Jugendliche machen wird. „Wir wollen die 35- bis 55-Jährigen verstärkt ansprechen“, so Siegmund Grewenig, Unterhaltungschef des WDR im „Kölner Stadtanzeiger“. Die aktuelle Verjüngung im Programm ist denn auch eher eine Comedy- als eine Jugendoffensive. Die Ensemble-Comedy „Die unwahrscheinlichen Ereignisse im Leben von…“ etwa startete mit Frank Elster, seines Zeichens nicht als Garant für junges Publikum bekannt. Es folgen ab 9. November Bettina Böttinger, Sonya Kraus, Hugo Egon Balder und Hannes Jaenicke. Diese passen allesamt in Grewenigs Zielgruppen-Plan, aber erst Nora Tschirner dürfte ein wirklich junges Publikum ansprechen.
Darüber hinaus wurde Lutz van der Horst engagiert, der sonst in der „heute-Show“ für Einspieler sorgt und aktuell mit „Bus mit lustig“ die Aftershow zum Köln-Comedy-Festival für den WDR abwickelt. Ein echter Exot im Programm ist die „Rebellcomedy“. Die Showtour, in der mehrheitlich Comedians mit Migrationshintergrund auftreten, wird noch zweimal vom WDR übertragen (jeweils samstags 22.30 Uhr) und passt so gar nicht ins weitere Programm. Die Show darf tatsächlich als Vorstoß in jüngere Zielgruppen gelten. Ob dieser allerdings für eine langfristige Hinwendung zu jüngeren Zielgruppen taugt, wird nicht zuletzt von den Zuschauerzahlen abhängen.
Im „KSTA“ betonte Grewenig außerdem, man wolle in Zukunft stärker crossmedial denken, da man jüngere Zielgruppen mit linearen TV-Angebot kaum noch erreiche. Wie dieses crossmediale Denken aussieht, ließ er allerdings offen. [chp]
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