
Berlin – Der Chef der Verbandes privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), Jürgen Doetz, verlangt von den Öffentlich-rechtlichen den kompletten Verzicht auf Werbung und Sponsoring ab 2012.
In einem Interview mit dem Berliner „Tagesspiegel“ argumentiert Doetz hauptsächlich mit den großen Wettbewerbsnachteilen für die Privaten. Die dadurch frei werdenden 560 Millionen Euro an Werbevolumen sieht er allerdings nicht komplett an private Sender fließen: „Wir sind nicht so naiv zu glauben, dass jeder Werbecent, der nicht an die Anstalten geht, automatisch bei uns landen würde.“
Allerdings gäbe es seitens der Privaten für die werbetreibende Wirtschaft genug Angebote, potentielle Kunden in allen Zielgruppen zu erreichen, so Doetz weiter. „Dafür bedarf es nicht der Werbeinseln im Vorabendprogramm von ARD und ZDF und vor allem nicht des Sponsoringteppichs, der das öffentlich-rechtliche Programm inzwischen flächendeckend überzieht, und von der klassischen Werbung nicht mehr zu unterscheiden ist.“
Einer Kompensation der wegfallenden Einnahmen durch eine Gebührenerhöhung (nach Berechnungen der Gebührenkommission KEF müsste diese bei 1,42 Euro liegen) erteilt Doetz allerdings eine deutliche Absage: 8,5 Milliarden Euro an Gebühreneinnahmen sind seiner Meinung nach ausreichend. Vielmehr seien noch nicht alle Einsparmöglichkeiten bei ARD und ZDF ausgeschöpft. Weiter betonte Doetz im „Tagesspiegel“, dass der öffentlich-rechtliche Programmauftrag „vor allem den Interessen der Allgemeinheit und Zielen wie Bildung, Information und Kultur verpflichtet“ sei und nicht etwa dem Quotenerfolg von Serien wie „Marienhof“. [cd]
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