
Mügeln – In Mügeln (Sachsen) ist in der Nacht zum Sonntag ein 35-jähriger Mann zusammengeschlagen und schwer verletzt worden.
Wie die „Oschatzer Allgemeine Zeitung“ berichtet, soll die Tat im Zusammenhang mit der ARD-Dokumentation „Der Tag, als der Mob die Inder hetzte“ stehen. Der Film berichtete über die Ausschreitungen zwischen Deutschen und Indern im August 2007 in Mügeln. Der schwer verletzte Mann hatte darin Aussagen zu dem Vorfall gemacht.
Ein Bekannter erklärte, dass der 35-Jährige Angst habe. „Wenn ich in dem Film ausgesagt hätte, wäre sicher ich dran gewesen“, zitiert die Zeitung den Mann. „Wer sagt, dass es in Mügeln keine Ausländerfeindlichkeit gibt, hat einfach Unrecht.“ Die Polizei bestätigte den Vorfall. „Ich gebe den Fall jetzt an den Staatsschutz ab, weil ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann“, zitiert die Oschatzer Allgemeine Zeitung René Ubrich von der Ermittlungsgruppe der Polizei in Oschatz.
Nach Angaben des Blattes soll der 21-jährige mutmaßliche brutale Schläger der Polizei bereits bekannt sein. Mügelns Bürgermeister Gotthard Deuse (FDP) erklärte gegenüber der Zeitung zu dem Vorfall: „Das ist scheußlich und feige, wenn man jemanden zusammenschlägt, der auch im Fernsehen zu seiner Meinung steht. Den Täter soll die ganze Härte des Gesetzes treffen.“
Im August 2007 war es am Rande des Mügelner Altstadtfestes zu Ausschreitungen zwischen Indern und Deutschen gekommen. Nach ersten körperlichen Auseinandersetzungen flüchteten die Inder in eine Pizzeria, die anschließend von etwa 50 Randalierern belagert wurde. Dabei sollen auch ausländerfeindliche Parolen gerufen worden sein. Bei den Auseinandersetzungen waren acht Inder und vier Deutsche verletzt worden. Zwei Polizisten mussten medizinisch behandelt werden. [mg]
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