
Die vielen Fernseh-Kochshows haben zu einem Ansturm auf den Lehrberuf Koch geführt. Für viele Lehrlinge stellt sich aber schnell die Ernüchterung ein, denn nicht alles in der realen Küche ist so wie im Fernsehen.
Kochshows im Fernsehen haben nach Einschätzung von Fachleuten bei vielen jungen Leuten den Beruf wieder schmackhaft gemacht. Oftmals werden aber auch falsche Vorstellungen geweckt. Die Shows „sorgen für Interesse, vermitteln einen Eindruck, welchen Aufwand gutes Essen erfordert, aber sie produzieren teilweise auch ein falsches Bild“, sagte der Vizepräsident des Verbandes der Köche, Andreas Rohde, der Nachrichtenagentur dpa.
Koch gehört zu den beliebtesten Lehrberufen in Deutschland. Jedes Jahr beginnen etwa 15 000 junge Leute mit der Koch-Ausbildung. Zugleich ist aber der Anteil der jungen Leute, die die dreijährige Ausbildung abbrechen, mit etwa vier von zehn Lehrlingen überdurchschnittlich hoch.
Rohde erklärt die hohe Abbrecherrate mit einem möglicherweise falschen Berufsbild, das das Fernsehen vermittelt. „Das Hauptproblem sind die Arbeitszeiten: Abends, an Wochenenden und Feiertagen, das ist für Partnerschaften und Familien schwierig.“ Vielen werde das erst während der Ausbildung bewusst. Einige würden dann auch in andere Gastronomieberufe wechseln.
Um auch international erfolgreich zu werden müsse man den Beruf sehr lieben, sagt Rohde. Er ist beim Verband für die Ausbildung zuständig. Wegen der demographischen Entwicklung sind in diesem Jahr viele Koch-Lehrstellen unbesetzt geblieben. Zudem wurden während des TV-Koch-Booms, „der derzeit etwas abebbt“, nach seiner Einschätzung zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen. „Jetzt haben wir wieder Normalmaß.“[mw]
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