
Berlin – Regisseur Dieter Wedel kritisiert die schnelle Absetzung von selbst produzierten Serien von TV-Sendern wegen schlechter Quoten. Zuschauer müssten neue Formate „langsam lernen“, sagte Wedel der Illustrierten „Bunte“.
„Wären die Senderchefs früher auch so kurzatmig gewesen, hätte es den Welterfolg von ‚Derrick‘ nicht gegeben, denn auch der lief anfangs nicht besonders gut“, betonte er. Sat.1 hatte im Januar die Comedy „Das iTeam“ nach zwei Folgen beendet. RTL hatte die Serie „Die Anwälte“ nach der Ausstrahlung nur einer Folge aus dem Programm genommen.
Schauspieler Kai Wiesinger, der eine Hauptrolle in „Die Anwälte“ spielte, äußerte sich „erstaunt und entsetzt darüber, dass RTL seiner eigenen, als hochwertig eingestuften Produktion so wenig Vertrauen schenkt“. Zugleich betonte er, wenn der Sender anders mit seinen Projekten umgehe, würde er auch wieder mit ihm drehen. „Es geht mir doch bei meiner Kritik nicht um den Sender, sondern allgemein um den Umgang mit Projekten“, sagte Wiesinger dem Blatt.
Nach Ansicht von ZDF-Programmchef Thomas Bellut sind die deutschen Zuschauer im Moment „nicht sonderlich offen für neue Programme – insbesondere bei deutschen Serien“. Der Sender werde aber zum Beispiel an seiner Serie „KDD – Kriminaldauerdienst“ festhalten. „KDD muss sich das ZDF aus Qualitätsgründen einfach leisten“, wird Bellut von der „Bunten“ zitiert. [lf]
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