
Mainz – Der Energiekonzern Vattenfall ist Deutschlands klimaschädlichster Stromanbieter.
Das berichtet das ARD-Politikmagazin „Report Mainz“ in seiner Ausgabe am heutigen Montag um 21.45 Uhr.
Das Magazin beruft sich dabei auf eine bislang unveröffentlichte Studie der Umweltorganisation Greenpeace. Greenpeace hat darin Unternehmensangaben zu den Kraftwerksemissionen der vier großen deutschen Stromanbieter miteinander verglichen.
Das Ergebnis der Studie fasst Karsten Smid, Energieexperte bei Greenpeace im Interview mit „Report Mainz“ so zusammen: „Vattenfall ist der klimaschädlichste Stromanbieter Deutschlands. Sein Strom hat Kohlendioxidemissionen von 890 Gramm pro erzeugter Kilowattstunde Strom. Kein Energieanbieter bietet so klimaschädlichen Strom an wie Vattenfall.“ Die durchschnittlichen Kohlendioxidemissionen liegen laut Umweltbundesamt bei 596 Gramm pro Kilowattstunde Strom.
In der Studie heißt es: „Vattenfall ist mit seinen vier ostdeutschen Braunkohlekraftwerken allein für den Ausstoß von 53,8 Millionen Tonnen CO2 in Deutschland verantwortlich.“ Und weiter: „Mit dem Aus- und Neubau der Kohlekraftwerke in Boxberg, Hamburg-Moorburg und Berlin-Klingenberg aber steigt der Ausstoß von Klimagasen um insgesamt 18Millionen Tonnen jährlich.“ Das bedeutet Greenpeace zufolge, Vattenfall wird in den nächsten Jahren fast 20 Prozent mehr Kohlendioxid ausstoßen als heute.
Die Firma Vattenfall lässt derzeit von Promotion Teams Unterschriften sammeln für eine sogenannte Klimaerklärung. Damit will sich Vattenfall angeblich für den Klimaschutz einsetzen. Kritiker werfen dem Energiekonzern vor, mit dieser Kampagne „Greenwashing“ zu betreiben, der Unternehmenspolitik also einen grünen Anstrich zu geben, den Ausstoß von Kohlendioxid aber nicht zu vermindern. [mw]
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