
Sotschi, Russland – Am 29. August strahlte die ARD ein am gleichen Tag geführtes Interview aus, welches der ARD-Studioleiter Thomas Roth mit dem Regierungschef Russlands, Wladimir Putin, geführt hatte. Wesentliche Aussagen Putins fanden allerdings nicht den Weg zu den deutschen Zuschauern.
Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin gab am Freitag der ARD in der südrussischen Stadt Sotschi im Licht der Abendsonne ein Interview. Später wird der ARD-Journalist Thomas Roth, der die Fragen an den russischen Ministerpräsidenten stellte, auf dem Blog der Tagesschau selbst aussagen, dass das Interview „rund eine Stunde dauerte“. Senden wird die ARD in Deutschland später nach den Tagesthemen um 23.30 Uhr volle acht Minuten und 45 Sekunden, so ist es auf der Internetseite der „Tagesschau“ zu entnehmen.
Nicht die Kürzung des Interviews steht indes in der Kritik, sondern die Verkürzung wesentlicher Aussagen Putins zum Fünf-Tage-Krieg im Kaukasus. Mit diesen Kürzungen manövriert sich die öffentlich-rechtliche ARD den Ruf eines Staatsfernsehens. Die Zuschauerreaktionen im ARD-Blog fallen entsprechend heftig aus, denn selbst die dem deutschen Zuschauer angebotenen Aussagen Putins sind teilweise schlecht übersetzt.
Da zahlreiche Zuschauer an den tatsächlichen Aussagen von Rußlands Ministerpräsident interessiert sind, wurde das komplette Wortlautinterview übersetzt und ins Netz gestellt. Das russische Fernsehen hatte bei dem Termin gleichfalls seine Kameras und Mikrofone laufen und strahlte das Interviews ohne Kürzungen aus. Im Internet finden sich daher der volle Text. Die die Kürzungen der ARD sind darin kursiv deutlich gemacht.
Auch am Ende des Interviews reagierte die ARD-Sendeleitung rigoros: Die Verabschiedung von Wladimir Putin („vielen Dank für das Gespräch“) wurde abgeschnitten, direkt nach dem letzten Satz des ehemaligen Präsidenten und jetzigen Ministerpräsidenten Russlands folgte die Einblendung der nächsten Sendung. [mg]
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