Smart-TVs: Inhalte der TV-Sender vor Apps und Co.

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Mediatheken ZDF
©Auerbach Verlag / Thomas Riegler

Eine neue Studie zeigt, dass 59 Prozent der Smart-TV-Nutzer beim Einschalten des Fernsehers zunächst von Sendern produzierte Inhalte nutzen, trotz unzähliger Apps.

Smart-TVs bieten unzählige Apps, von Streaming-Diensten bis zu Wetterdiensten oder Spielen. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass die Mehrheit der Zuschauer in erster Linie Inhalte der TV-Sender ansteuert. Die vierte Ausgabe der jährlichen Studie „The New Life of the Living Room“ von RTL AdAlliance verdeutlicht, dass lineares Fernsehen weiterhin eine bevorzugte und vertrauenswürdige Quelle für ein breites Spektrum an Inhalten bleibt. 59 Prozent der Zuschauer steuern nach dem Einschalten des Fernsehers nicht etwa Netflix, YouTube oder andere Apps an, sondern das gewohnte Programm der TV-Sender – linear und non-linear.

Bei Filmen und Serien sind Streamingdienste erste Wahl

Die meisten Europäer nutzen das Inhalte der klassischen Fernsehsender für Nachrichten (59 Prozent), Sport (44 Prozent) und Unterhaltung (44 Prozent), während Subscription-Video-on-Demand (SVOD) die erste Wahl für Filme und Serien (63 Prozent) ist.

40 Prozent der Zuschauer benötigen weniger als eine Minute, um Inhalte im linearen Fernsehen zu finden. Die Verbraucher wechseln dabei nahtlos zwischen Plattformen: 45 Prozent schauen täglich lineares Fernsehen und 36 Prozent nutzen SVOD. YouTube (30 Prozent) und Broadcast-Video-on-Demand (BVOD, 17 Prozent) verzeichneten einen deutlichen Anstieg der täglichen Nutzung, beide um sechs Prozentpunkte.

Während US-Zuschauer eher kostenpflichtige Streaming-Inhalte bevorzugen (49 Prozent schauen täglich SVOD), bevorzugen europäische Zuschauer eher lineares Fernsehen. Die spanischen Zuschauer sind dem linearen Fernsehen mit 61 Prozent täglich am treuesten.

Erweiterter Begriff „Fernsehen“

Für 52 Prozent der Zuschauer gilt das Ansehen von Inhalten wie Sport oder Filme auf einem Fernsehbildschirm als „Fernsehen“, selbst wenn der Zugriff über Plattformen wie YouTube erfolgt. Nur 36 Prozent betrachten das Ansehen ähnlicher Inhalte auf Mobilgeräten oder Desktop-Computern als „Fernsehen“. Dagegen betrachten nur 22 Prozent der Befragten das Ansehen von von Erstellern und Nutzern erstellten Inhalten auf YouTube über ein Fernsehgerät als „Fernsehen“.

Die Studie „The New Life of the Living Room“ unterstreiche ferner das wachsende Vertrauen in traditionelle Medien wie Radio (67 Prozent), lineares Fernsehen (66 Prozent), Zeitschriften/Zeitungen (64 Prozent) und BVOD (58 Prozent). Social-Media-Plattformen hinken deutlich hinterher, wobei TikTok mit nur 23 Prozent der Befragten am wenigsten vertrauenswürdig ist.

Werbung im linearen Fernsehen gilt als weniger aufdringlich

Werbung wird auf traditionellen Kanälen wie linearem Fernsehen (55 Prozent) als weniger aufdringlich empfunden als auf Video-Sharing-Plattformen (61 Prozent), und ein erheblicher Anteil der Befragten (32 Prozent) bereut regelmäßig, Zeit mit dem Ansehen von Inhalten auf YouTube zu verschwenden.

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